Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (794) 9.8.2017

Die lebensnahe Sexpuppe als Prostituierte ist ein Teil unserer Welt, der irgendwie immer mehr Raum einnimmt. Meine Silikonpuppe Jenny hatte ja bereits im Dollpark Blog über ein Bordell mit lebensnahen TPE Liebespuppen in Barcelona geschrieben und auch das Mieten von Realdolls ist schon lange möglich. Doch nicht nur die lebensnahen Liebespuppen aus TPE und Silikon kommen in der käuflichen Liebe zum Einsatz und nicht erst seit ihnen gibt es diese Art des Umgangs mit ihnen.

Die Gummipuppe war schon immer Teil der Welt der Prostitution, wie auch ein aktuelles Beispiel in einem Wiener Laufhaus (Bordell) zeigt. Die Gummipuppe Fanny ist dort für 85 Euro die Stunde zu mieten. Sie soll sehr beliebt und quasi ausgebucht sein, wenn man dem Artikel glauben schenken darf.

Es scheint also so zu sein, dass die Liebespuppe einen ganz anderen Reiz, eine ganz andere Art der Sexualität zu bieten hat, denn sonst wäre sie trotz der offensichtlichen Nachteile gegenüber lebenden Prostituierten nicht so erfolgreich.

Mögliche Gründe für die Freude an Gummipuppen in Bordellen

Woran liegt das? Nun, das hat sicher verschiedene Gründe und ich kann natürlich nicht für alle Freier sprechen, aber vor allem die Gummipuppe hat den großen Vorteil, dass man eben fast alles recht unkompliziert mit ihr machen kann und man kann sich dort richtig fallen lassen. Es braucht keine vorherigen Gespräche über Praktiken, was die Prostituierte überhaupt macht und die Puppe lässt das Tempo zu, was man möchte.

Natürlich spielt auch der Reiz des Außergewöhnlichen eine Rolle und vielleicht auch diverse Materialfetische, aber ich denke in erster Linie, dass es vor allem die andere Art der sexuellen Erfahrung ist, welche die Feier antörnt.

Die Gummipuppe wird nicht umsonst auch bei Dominas und dem Einsatz bei z.B. behinderten Menschen oder bei Menschen mit sexuellen Berührungsängsten eingesetzt. Die Gummipuppe macht ohne große Komplikationen einfach mit und sie ist sehr flexibel einsetzbar, was hier sehr entgegen kommt, finde ich.

Auf jeden Fall halte ich abwertende Kommentare und das übliche Diffamieren dieser Art, wie leider auch in diesem Artikel mal wieder zu erkennen, für sinnlos. Im Grunde ist die Gummipuppe eine Spielart der Sexualität und ich sehe darin keinen Unterschied zu S/M Praktiken oder das gegenseitige Vollschmieren der Körper mit Lebensmitteln oder was es sonst noch so gibt in dem Bereich.

Der Sex mit Liebespuppen ist für mich nichts besonderes, nichts besonders schlimmes und auch kein besonderer Ausdruck einer verkommenen Gesellschaft. Die verkommene Gesellschaft bildet sich sowieso aus meiner Sicht außerhalb der Tore von Bordellen in Erziehung, Lebensstil und einem allgemeinen Umgang mit der Konsumware Frau (und Mann) als Sexobjekt, was man 24/7 in den Medien und gar auf Lastern findet, die eigentlich für Hebebühnen werben wollen.

Die Gummipuppe ist im Grunde nichts anderes, als ein Teil der Suche der Menschen nach sexueller Freiheit und Befriedigung und ob diese dann über Bordelle oder Privat befriedigt wird, ist für mich nebensächlich. Hauptsache sie hilft Menschen dabei, diesen Weg vielleicht für sich leichter zu finden und was sollte da unkomplizierter sein, als Sex mit einer Liebespuppe, die dazu niemand auch noch zwingen oder nötigen muss.