Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (959) 10.9.2018

Wir brauchen uns nichts vormachen. In der jetzigen Form wird die lebensnahe Liebespuppe niemals in der Gesellschaft akzeptiert werden und es bleibt ein individuelles Glücksspiel, wie viele Menschen diese Liebe im Umfeld tolerieren und wenn es hoch kommt, geht es zu den Eltern und ein paar Freunden und selbst wenn sogar der Partner dies akzeptieren sollte, dann ist spätestens bei ihren Freundinnen Schluß damit.

Die lebensnahe Silikonpuppe gibt es seit 20 Jahren, die TPE Liebespuppe auch schon fast 10 Jahre und an all der Vielfalt und all den steigenden Abnehmern hat sich wenig in der Wahrnehmung verändert, wie kürzlich erst die Reaktionen auf eine ARTE Doku in Youtube zeigten. Es sind immer noch die gleichen Vorwürfe, immer noch die gleiche Halbakzeptanz (wenn es ihn glücklich macht, aber bitte nicht bei mir) und keine Massenmedien und keine Interessensgruppe, kein Künstler und auch keine Wissenschaftler werden uns dabei helfen, dass sich dies wirklich ändert.

Zwei große Faktoren, warum unsere Liebe zu Liebespuppen so negativ aufgenommen wird, ist zum einen, dass wir einfach zu wenige sind, um eine gewisse Macht in einem Land der Lobbyisten zu haben und natürlich auch zum anderen, dass die Liebespuppe in der jetzigen Form bei vielen Menschen einen scheinbar inneren Konflikt auszulösen scheint. Sie erkennen sie als menschliche Gestalt, aber sie bewegt und handelt nicht so. So verbleiben viele Außenstehende in der Frage, was die Liebespuppen nun eigentlich darstellen. Sie sind nicht die niedlichen Kuscheltiere und Stoffpuppen, die man so kennt, aber sie sind auch kein Mensch. Und das löst natürlich wenig gute Gefühle aus (Uncanny Valley).

Sex – Roboter beheben das Uncanny Valley und das Nischendasein

Ich bin – trotz aller Gefahren wie der Verlust der Phantasie und des Abstraktionsvermögens – daher für die Verbreitung von lebensechten Sex – Robotern. Sex – Roboter beheben auf einem anderen Weg diese Defizite. Sie sorgen – je nach Realismusgrad – für eine größere Zahl an Abnehmern und sie beheben nach und nach das Uncanny Valley. Hinzu kommt, dass viele Menschen eine generelle Faszination für technische Spielereien aller Art haben und so eine ganz andere Wahrnehmung existiert.

Dass die Sex – Roboter bze. Liebes – Roboter (alleine der Name lässt schon das Wort Puppe verschwinden) natürlich auch ein größeres Konfliktpotential bieten, ist mir bewußt. Aber was soll eigentlich noch schlimmer werden? Wir werden jetzt schon als psychisch kranke Spinner, Freaks usw. beschimpft, es wird kein Kübel mit Gülle nicht über uns ausgeschüttet bis hin dazu, dass wir Satanisten sind. Was also sollen die Sex – Roboter noch bieten? Es ist alles durchdiffamiert worden, was möglich ist.

Die Sex – Roboter werden nicht nur für uns Liebespuppenfreunde eine Menge Veränderungen bringen. Sie werden die generelle Akzeptanz im Umfeld und – ab einem gewissen Realismusgrad – auch die öffentliche Wahrnehmung ändern. Und daher begrüße ich alle Versuche, solche Sex – Roboter zu bauen, sei es in den USA oder in China. Es spielt dabei auch keine Rolle, ob ich nun persönlich so einen Sex – Roboter kaufen werde. Er wird unsere Akzeptanz steigern und ich halte dies für den einzigen machbaren Weg.

Ich setze nicht mehr auf Zeit, eine Änderung der Denkweise der Massenmedien oder der Mitmenschen. Es ist – meiner Ansicht nach – sinnlos. 20 Jahre der lebensnahen Liebespuppe haben nichts geändert, warum sollte es je anders werden außer über den Weg der Sex – Roboter?