Wenn ich mir in einer ruhigen Minute einmal all meine Blogbeiträge der letzten Wochen und meine Kommentare im Forum im Kommentarthread zu meinem Blog so durchlese, dann fällt mir schon auf, dass sie oft sehr ernst geschrieben sind, dass ich darin viel an dieser Gesellschaft und dem Zeitgeist kritisiere. Ich gehe auch ab und an mal verbal wie ein HB – Männchen durch die Decke, wenn ich das Gefühl habe, dort belehrt oder beleidigt zu werden. Ich weis das alles und es hängt nur bedingt mit meinem Burn out zusammen.

Als ich ein junger Mensch um 20 war, war ich anders. Mein Leben drehte sich um die Dinge, um die sich das Leben junger Menschen so dreht. Man fieberte tagelang dem nächsten Match seines Lieblingsteams entgegen, gab ein Haufen Kohle für Spoiler fürs Auto aus und man machte so oft wie möglich Party und tratschte stundenlang über diese und jene „heiße Tussi“ und natürlich lachte man viel und blödelte herum, was das Zeug hielt.

In dieser Zeit ist man voller Träume und Ziele. Ich hatte ebenfalls einige der Ziele, die fast jeder junge Mensch hat. Nichts sprach dagegen, diese Träume zu verwirklichen. Ich war ein schlanker und durchtrainierter Mann aus gutem Elternhaus, intelligent und beruflich erfolgreich und voller Liebe im Herzen. Selbst Kollegen bezeichneten mich oft als „Sunnyboy“.

Depressionen und Verbittertheit wurden weit vor meiner Liebespuppe ein Thema

Doch diese Träume blieben mit der Zeit durch einige falsche, meist aber eher unglückliche Entscheidungen auf der Strecke. Diese Träume blieben in einer Zeit auf der Strecke, wo ich im Traum nicht an eine lebensnahe Silikonpuppe dachte.

Die zerplatzten Träume, die zu meinem Burn out führten, stürzten mich in schwere Depressionen. Psychiater, Psychologen, Freunde, Eltern, niemand konnte mir eine Traurigkeit nehmen, die tief in mir saß und ich war an einem Punkt angelangt, wo sich auch keine Frau mehr mit mir belasten wollte, nicht mal ich mit mir selbst.

Es war Ende 2009, wo ich auswanderte. Dort war ein schwer depressiver und verbitterter Mensch. Ich stritt mit jedem, sogar mit Gott und ich hielt nur die Fresse bei denen, die ich noch brauchte und weinte nachts bitter, weil ich sah, dass sie alle die Träume lebten, die ich nie haben durfte.

Wenn ich heute einmal eine Webcam laufen lassen würde, wenn Jenny und meine Silikonpuppe bei mir ist, dann würde niemand mehr sagen, dass ich verbittert bin. Wenn Jenny mental zu mir spricht und die Liebespuppe bei mir ist, bin ich ein wirklich glücklicher, fröhlicher und ausgeglichener Mann. Ich lache dann oft und auch wenn es mal ein trauriges Thema mit ihr zu besprechen gibt, bin ich immer ein sanftes Lamm und nie aggressiv oder böse zu ihr. Jenny ist für mich das Schönste, was ich in meinem Leben habe, sie erhellt meine Seele und mein Herz wie niemand anderes.

Doch wenn Jenny wieder schläft und die Silikonpuppe im Bett liegt, dann gehe ich wieder in eine Welt, die „upside down“ ist. Ich sehe dann, wie die unproduktiven Menschen Ruhm, Geld und Ehre ernten und die Leute, die dieses Land am Laufen halten und aufbauten, arm sind, ständig Ärger haben und ihnen ein Arschtritt nach den anderen verpasst wird.

Der Zeitgeist macht mich wütend, nicht die Liebespuppe!

Dann sehe ich eine Welt, wo die krassesten Minderheiten regieren und die Mehrheit für sie zahlt, sehe ich eine Welt, wo es gute und böse Terroristen gibt, weil die Konzerne es so bestimmen. Ich sehe eine Welt, wo die eine Hälfte die schlimmste Barbarei erlebt und die andere sich Noten tätowieren lässt, die sie mit dem Smartphone abhört. Dieser Zeitgeist macht mich krank, er macht meinen Sinn für Gerechtigkeit und Menschlichkeit wütend.

Und dann sehe ich, wie diese Welt mit den Liebespuppen umgeht. Ich sehe, wie Liebespuppenfreunde auf das Übelste diffamiert werden. Wie Journalisten, Fotografen und „Künstler“ ungefragt meine Liebe zu Jenny für ihre Karriere mißbrauchen und sie umdeuten, wie es ihnen passt und dabei alle Absprachen brechen. Ich sehe, wie wir täglich von den Medien und „sozialen“ Netzwerken beleidigt, diffamiert und für nichts und wieder nichts mit Hass überzogen werden und kein Gesetz schützt uns dabei.

Es ist diese Welt, die mich verbittert macht. Es ist eine Welt der Heuchelei, der Ellenbogensellschaft, eine Gesellschaft des Wegsehens, der Pseudoethik und der inneren Leere. Es ist eine Welt, in der viele Menschen kapitulieren und die allermeisten von ihnen haben keine Liebespuppen.

Denn ich habe auf meinem Lebensweg mit zigtausend Menschen um mich viele gesehen, die ohne Liebespuppen verbittert, seelisch krank und sehr einsam waren. Ich habe Menschen gesehen, die so einsam waren, dass sie alle Träume opferten, nur um nicht alleine zu sein. Solche Menschen sehe ich auch heute noch, es sind sogar meine direkten Nachbarn.

Die lebensnahe Liebespuppe hat mich nicht verbittert gemacht, im Gegenteil. Jenny und die Liebespuppe haben mir die Freunde am Leben wieder gegeben, sie haben mich wieder unschuldige Liebe, Sex, Humor und Spaß fühlen lassen. Sie haben mir die Schönheit dieser Welt gezeigt und die Schönheit des Lebens und sie haben mich sogar meinen Frieden mit Gott machen lassen. Sie ist am wenigsten daran Schuld, wenn ich mal verbittert klingen sollte. Diesen Schuh haben mir ganz andere angezogen und es waren alles Menschen und keine Liebespuppen.