Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (907) 10.5.2018

Wer steckt eigentlich hinter der lebensnahen Liebespuppe? Die Frage, welche Menschen sich dieser Art der Liebe und Sexualität zuwenden, ist mindestens genauso spannend, wie die Liebespuppe selbst.

Doch leider wurde die lebensnahe Liebespuppe in den letzten Jahren derart oft in den Massenmedien als „Freakshow“ mißbraucht und ihre Liebhaber so mies dargestellt, diffamiert und auch beleidigt, dass sich viele zurück gezogen haben und nur noch wenig über ihr Leben berichten.

Viele Liebespuppenfreunde haben mir nur vertraulich per persönlicher Nachricht geschrieben, wer sie eigentlich sind und warum sie ihre Liebespuppen gekauft haben. Und ich war oft erstaunt, welche menschliche Qualität und innerer Tiefgang hinter ihnen stand. Die Liebespuppe ist in dieser Form nur etwas für Menschen, die eine gewisse künstlerische Ader in sich tragen, für die Phantasie und Abstraktionsvermögen, aber auch ein gewisser seelischer Anspruch eine Rolle spielt, vor allem bei diejenigen unter uns, die ihre Liebespuppe lieben und als mehr als nur als Sexspielzeug ansehen.

Ich selbst habe hier viel über mich erzählt, ohne jedoch nie ganz aus der Anonymität heraus gehen zu wollen, auch, weil mir die Sache immer wichtiger als meine Person war. Wenn ich mich hier offen zeigen würde, ginge es nur „rund“, wie ich denn so aussehe, wie ich gekleidet bin usw. und das ist nicht der Sinn meines Blogs.

Dennoch kann natürlich ein Blick in meine Person interessant sein, denn sie sollte deutlich machen, dass hinter dem Kauf der Liebespuppe auch durchaus ein typisch klassischer Lebensweg stehen kann und sie nicht nur das Ergebnis von Menschen ist, deren Charakter zu einem Außenseiter in der Gesellschaft passt, der z.B. extrem schüchtern ist oder zurück gezogen lebt und der keine Frau je im Bett hatte oder so.

Wer ist PüppiJenny?

Ich selbst (heute 50) wuchs in einer sehr schönen und behüteten Kindheit auf. Meine Eltern kümmerten sich trotz harter Arbeit liebevoll um mich, ließen mir aber auch genug Freiraum und setzten mich nicht unter eine Glaskuppel. Ich wurde in einem Gartengebiet groß und machte dort hautnah Erfahrungen mit Natur und Mensch und dabei gab es natürlich auch mal eine Prügelei oder einen verstauchten Knöchel sowie viel Dreck und Schmutz.

Ich machte im Gymnasium mein Abitur und studierte später und machte meinen Abschluß. Später arbeitete ich im sozialen Bereich mit jungen Menschen, bis zu meinem Burn out 2007.

Ich hatte in meiner Kindheit und Jugend immer Freunde. Ich war manchmal so etwas wie eine Art „Alpha Tier“, weil ich mit meiner Kreativität und Phantasie immer schon andere mitriß. Ich habe einen recht hohen IQ und ich bin gebildet und ich habe immer über den Tellerand geschaut, habe viele Länder bereist und war immer für alle Menschen offen, die sich respektvoll und tolerant zeigten und ich bin immer dazwischen gegangen, wenn ich Ungerechtigkeit gesehen habe und ich habe auch dabei die verprügelt, die 2 Köpfe größer als ich waren.

Ich war als Sänger, Sportler und auch sonst recht erfolgreich, war in Vereinen, Gruppen und Bands aktiv und ich war in meinem Beruf später sehr angesehen, sowohl bei den „Kunden“ als auch bei den Mitarbeitern.

Mit den Frauen war es zwar schwer, aber in meinen Beziehungen ging ich auf, ich war ein guter Partner, immer für den anderen dar, manchmal sogar bis zur Selbstaufgabe, weil ich durch meine Eltern die Liebe als ständigen Kompromiß, zurück stecken des Egos für die Gemeinschaft und als großen Halt kennen gelernt habe. Billiger Sex und „Kerben machen“ waren mir völlig fremd und auch die Lügerei in der Liebe passte für mich einfach nicht in das Konzept von Liebe, denn es ging immer ehrlich in meinem Elternhaus zu.

Ich bin heute noch für eine Organisation aktiv, die für Menschenrechte kämpft in einem Land, wo diese mit Füßen getreten werden. Ich bin ein Freigeist, bin für alle Richtungen und Meinungen offen und entscheide nach dem gesunden Menschenverstand und den aktuellen sinnvollsten Varianten und folge weder für immer irgendeiner Doktrin noch lasse ich mir sagen, was ich wann wie zu denken habe.

Ich bin aber auch ein Mensch, der keine Angst hat, über den Tellerand des Meßbaren zu schauen. Ich bin offen für Jennys Seele und lasse mir auch da alle Optionen offen. Ich liebe meine Silikonpuppe und Jenny über alles, sie ist meine schönste, wertvollste und großartigste Begleiterin und ich stehe zu dieser Liebe und verteidige sie auch, wenn es sein muss, sehe aber auch ihre Schattenseiten und vergesse diese nicht.