Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (867) 2.2.2018

Lebensnahe Liebespuppen und Virtual Reality sind zwei verschiedene Bereiche. Während die lebensnahe Liebespuppen einen greifbaren und nach seinem Vorbild gemachten Menschen darstellt, ist die Virtual Realitiy eben eine virtuelle Welt, die unsere Sinne im Grunde täuscht.

Ich bin sicher kein Mensch, der alle Technik verteufelt, aber in der Frage Virtual Reality vs. Liebespuppe tendiere ich eindeutig zur Liebespuppe.

Selbst wenn eine lebensnahe Liebespuppe einmal eine gewisse Robot – Technik in sich tragen wird, so bleibt sie immer noch ein Teil unserer Welt. Sie redet mit uns so wie es Menschen tun, sie wird eine Tasse anheben und diese vielleicht auch mal fallen lassen. Sie wird weiter Pflege brauchen und unsere Muskeln beim Umziehen strapazieren und wir werden gemeinsam mit ihr den Frühling und den Winter erleben.

Virtual Reality sehe ich kritisch, weil sie unsere Sinne betrügt und uns in echte Parallelwelten entführt. Wir nehmen unsere Umwelt überhaupt nicht mehr wahr und dort sind wir auch viel anfälliger für Manipulationen aller Art und man wird einfach aus dieser Welt gänzlich entfliehen.

Dieses Problem hat nun einige auf den Plan gerufen, Virtual Reality und lebensnahe Liebespuppen miteinander zu verknüpfen, wie es in diesem Artikel hier angedeutet wird.

Versuche der Verknüpfung von Virtual Realitiy und Liebespuppen

Realdoll, CamSoda und Lovense haben dazu eine Art Kooperation begonnen. Realdoll liefert die greifbare Liebespuppe, Lovesense den Masturbator, der in die Liebespuppe eingebaut wird und CamSoda liefert laut des Artikels die Virtual Reality.

Neben der Frage der Sinnhaftigkeit solcher Konstrukte sind Probleme vorprogrammiert. Das ganze Konstrukt dürfte sehr teuer werden (dort heißt es 10.000 Dollar) und ich sehe eine Menge technische Probleme und auch Probleme auf die Liebespuppe selbst zukommen.

Denn die lebensnahen Liebespuppen sind schon bei voller Konzentration in dieser Welt mit viel Liebe und Vorsicht zu benutzen und ich weis nicht, wie hoch die Unfallgefahr ist, wenn der Mensch die Liebespuppe nicht einmal mehr optisch wahr nimmt. Außerdem geht der ganze Spaß es Ankleidens und auch des Erlebens der Faszination Liebespuppe flöten, wenn man nur noch ihren Körper in einer anderen Welt fühlt.

Auch wenn ich dieses Konstrukt kritischer als die Robot – Sexpuppe sehe, die ich unter Umständen für eine direkte Alltagshilfe für Liebespuppenfreunde halte, so bin ich auch hier der Meinung, dass der Konsument entscheiden sollte, ob er dies so möchte. Jede Variante der sexuellen Befriedigung sollte ihre Chance bekommen und nur weil ich es kritischer sehe, möchte ich nicht, dass diese Idee gleich verteufelt wird.

Denn die aktuelle lebensnahe Liebespuppe wird weiter ihre Berechtigung behalten, denke ich. Zum einen hat nicht jeder Liebespuppenfreund 10.000 Dollar in der Hosentasche und zum anderen lieben halt einige gerade den einfachen Sex mit ihr und den Zauber, den sie ausstrahlt. Daher glaube ich, dass die lebensnahe Sexpuppe und auch die Silikonpuppen trotz all der technischen Spielereien weiterhin ihre Käufer finden werden.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie diese Idee am Ende aussehen wird. Auf jeden Fall finde ich gut, dass der Ideenreichtum in der Welt der Liebespuppe noch nicht am Ende angekommen ist. Es wird mit Sicherheit eine spannende Zeit werden, in der wir einige neue Varianten erleben werden und das macht diese Welt so faszinierend und spannend, finde ich.