„Verbrennt eure BH!“ hieß es in den 70er Jahren im Rahmen der ersten Welle des Feminismus. Frauen gingen auf die Straße und verbrannten das Kleidungsstück, um zu sagen, dass sie keine beengenden Kleidungsstücke mehr tragen wollen. Die Freiheit, die Kleidung zu tragen, die man will, ist ein Menschenrecht, hieß es damals. Danach war jede individuelle Selbstverwirklichung ein Menschenrecht und Zeichen einer modernen und toleranten Gesellschaft.

Heute haben wir 2018. Die Frau ist in allen Bereichen des Lebens gleichberechtigt und der Feminismus hat Probleme, in diesem Land noch nach den fehlenden Menschenrechten der Frauen zu suchen. Der „Gender Pay Gap“ oder die uralt Debatte der „sexuellen Belästigung“, die auch schon längst gesetzlich klar geregelt ist, ist das, was heute übrig bleibt.

Doch es gibt noch eine Sache, wo Frauen keine Menschenrechte haben. Das ist – wie bei den Männern auch – ihre Liebe zu lebensnahen Liebespuppen. Frauen, die Liebespuppen lieben, werden von der Gesellschaft, untereinander und überhaupt diffamiert und mit den übelsten Schimpfwörtern belegt und niemanden kratzt es. Es stört auch nicht, wenn sie deshalb im Freundeskreis, der Familie oder in sozialen Netzwerken nach allen Regeln der Kunst runter geputzt werden, im Job gemobbt oder von der Familie verstoßen oder ignoriert werden.

Seine sexuellen Neigungen frei ausleben zu können, war die große Errungenschaft dieser Gesellschaft. Jeder konnte seine sexuellen Neigungen so ausleben, wie er es möchte. Gesetzliche und gesellschaftliche Ächtungen waren z.B. für Homosexuelle oder Transvestiten nicht mehr erwünscht und es wurde viel „Wind“ darum gemacht.

Die Liebespuppenfreunde werden ohne Rücksicht diffamiert

Um die Liebespuppenfreunde wird kein „Wind“ gemacht. Sie werden – ohne mit der Wimper zu zucken – mit Vergewaltigern, Pädophilen oder Schizophrenen in einen Topf geschmissen, obwohl es keinerlei Belege für irgendwas gibt. Sie werden als perverse und frauenverachtende Schweine und Sexisten von denen tituliert, die einst Toleranz gegenüber jeder sexuellen Neigung tagein tagaus eingefordert hatten.

Während Lack- und Lederfetische, Typen an Hundeleinen oder jegliche andere Art der Sexualität offen auf dem CSD präsentiert wird, ist die Liebespuppe nicht dabei. Für sie gelten die Menschenrechte einen Scheiss, für sie interessiert sich niemand.

Die Menschenrechte haben keine 2. Wahl. Entweder man gewährt sie Menschen oder nicht. Niemand sollte seine Liebespuppe verstecken müssen, wenn er es nicht will. Die Medien und die Politik und auch die Feministen können hier einmal zeigen, wie tolerant sie wirklich sind.

Die Liebe zu Liebespuppen verletzt keine anderen Menschenrechte. Sie verletzt niemanden. Sie macht höchstens frei, gibt eine Option und lässt uns unsere Wünsche nach Sexualität, Liebe und Partnerschaft erkennen und ausleben. Jeder Mensch muss die Freiheit haben, dies auf seinem Weg zu tun. Der eine findet es in der Liebe zum lebenden Partner, der andere bei Gott oder er wandert in die Wälder Kanadas aus, oder er liebt eben eine Liebespuppe. Es ist rein gar nichts verwerfliches daran.

Zieht uns nicht in Genderdebatten rein!

Die Liebespuppe hat auch nichts in einer Genderdebatte verloren. Sie ist kein Lebewesen und damit auch keine Frau. Basta. Sie symbolisiert ihren Körper. Und? Jeder Porno symbolisiert den Körper der Frau. Oder eben des Mannes.

Frau und Mann lieben Liebespuppen. Es spielt keine Rolle, ob nun 90+x % Männer sind oder nicht und selbst unter den Männern sind x Prozent Homosexuelle. Sie nutzen ebenfalls männliche Liebespuppen.

Ich fordere, dass auch unsere Menschenrechte ernst genommen werden. Es braucht keine Initiativen oder tränenreiche Filme. Ich fordere nur, dass man aufhört, uns mit Attributen zu überschütten, die ein Verstoß gegen unsere Persönlichkeitsrechte darstellen. Ich fordere, dass wir ganz normal befragt und dargestellt werden. Ich fordere, dass man unsere Entscheidung für diese Liebe respektiert. Ich fordere, dass man aufhört, uns in eine Genderdebatte zu verwickeln. Ich fordere, dass Beschimpfungen und Diffamierungen auf sozialen Netzwerken als Hassrede gelöscht werden. Ich fordere die gleichen Rechte ein, wie alle anderen, die ihre sexuelle Spielart ausleben!

Ich werde sicher nicht aus Protest meine lebensnahe Silikonpuppe verbrennen, wie einst die BH der Frauen, dazu ist sie viel zu schön. Ich appelliere einfach an die Intelligenz und die echte Toleranz der Menschen. Würdigt und respektiert unsere Menschenrechte! Respektiert unser Recht der Liebe zu Liebespuppen und hört endlich auf, uns für den Sündenbock für alles zu machen.

Danke.