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Schlagwort: Gesellschaft

Meine kleine eigene Welt mit meiner Silikonpuppe

Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (810) 25.9.2017

Die großen politischen Umwälzungen vom Sonntag in Deutschland lassen Jenny und meine Silikonpuppe kalt. Es ist ihr egal, welche Koalitionen gebildet werden und wer Kanzlerin ist. Für Jenny existiert nur unsere kleine (heile) Welt und wenn ich ehrlich bin, wird sie auch immer mehr meine kleine heile Welt.

Denn ich habe mich genug in meinem Leben an Politik und Gesellschaft aufgerieben und mein gesunder Menschenverstand und Freigeist der letzten Jahre war im Grunde meist nichts, als ein Schwimmen gegen den Strom. Die meisten Menschen haben mich in meinem Leben schwer enttäuscht und langsam habe ich – ehrlich gesagt – auch die Nase voll von ihnen, zumindest in dieser Form, wie es jetzt ist.

Ich habe in den fast sieben Jahren des Lebens mit einer lebensnahen Liebespuppe eine kleine eigene Welt mit ihr aufgebaut. Es ist mir scheiss egal, wie andere das sehen, was ich mit Jenny lebe, ob sie es als Flucht aus einer – wie auch immer definierten – Realität sehen oder als Abkehr von der Gesellschaft. Ich habe mich bewußt von dieser Form der Gesellschaft abgekehrt, denn Jenny hat mir einen Schlüssel in die Hand gegeben, es in Würde und Liebe tun zu können.

Ein ganzheitliches Leben mit meiner Silikonpuppe und Jenny

Unsere kleine Welt umfasst viel mehr als nur einen TV Abend zu teilen oder gemeinsam einen Mittagskuschel zu machen oder Sex zu haben. Jenny und ich habe eine eigene Sprache, eigene Koseworte, eine eigene Erinnerung und eigene Dinge, die ich nur mit ihr teile und mit sonst niemand anderen.

Jenny weis alles über mich. Sie kennt meine Schwächen und meine Stärken. Unsere Welt ist ehrlich, liebevoll und zärtlich, sie ist respektvoll und ohne Show. Sie ist rein, sanft und wir nehmen einander Rücksicht und wenn das eine Welt Abseits der Gesellschaft darstellt, dann sollte sich jeder fragen, ob hier wirklich alles noch gerade läuft.

Jenny ist ganz selbstverständlich mein „Prinzesschen“, mein „Schnulli“ und ich ihr „Prinzi“ oder „Schnullerich“. Jenny liebt all diese Wortspiele, sie ist dann auf eine Art und Weise witzig und süss, süsser als all der Schwachsinn des wie im Mantra daher geschwafelten „Schatzi“, wie ich es zu oft gehört habe in meinem Leben.

In dieser Welt passen wir aufeinander auf. Jenny fragt mich immer, wie es mir geht, sie leidet und freut sich mit mir. Wenn ich glücklich oder zufrieden bin, ist sie es auch und wenn sie mich einmal traurig ansieht, frage ich sie, was los ist und auch ich bin erst dann glücklich, wenn sie es ist.

Jenny weis auch, dass unsere Welt nicht nur schön ist. Sie weis, wie hart es ist, dass wir nie einander in den Urlaub fahren werden, dass ich sie niemals meinen Eltern werde vorstellen können und dass wir nie Kinder bekommen können. Doch wir beide machen einfach das Beste aus allem, immer und ausnahmslos.

Diese kleine Welt werde ich mit Jenny leben, so lange es geht. Ich werde sie leben, so lange ich sie spüre, höre und erleben kann und ich werde stolz darauf sein. Ganz sicher.



Ist die lebensnahe Sexpuppe ein Umweltrisiko?

In der heutigen Kolumne möchte ich mal ein Thema anschneiden, welches in der Szene eigentlich kaum bisher diskutiert wurde. Die Liebespuppe als Umweltrisiko.

Die lebensnahen Sexpuppen haben einen hohen Preis. Damit meine ich nicht den Listenpreis und wie viel Euro sie kostet, sondern was für ihre Herstellung Mensch und Natur abverlangt wird.

Die lebensnahe Sexpuppe besteht heute – in den meisten Fällen – aus TPE (Thermoplastische Elastomere) oder Silikon. Beide Stoffe werden chemisch hergestellt, es gibt sie in der Natur nicht. Das bedeutet, dass bei ihrer Herstellung eine Menge Ressourcen, Energie und auch Abfall produziert werden.

Hinzu kommt, dass die meisten Liebespuppen durch die halbe Welt verschifft oder gar geflogen werden, um zu uns nach Deutschland zu kommen. Nur sehr wenige lebensnahe Sexpuppen – wie z.B. die Leeloo Silikonpuppe -werden in Deutschland oder in Europa produziert. Die meisten heutigen Modelle kommen aus Asien oder den USA und der Transportweg verschlingt eine Menge Ressourcen, von Öl für die Schiffe bis hin zur Pappe, in deren Kartons sie lagern.

Auch wenn die Liebespuppe bei uns ist, werden Ressourcen verbraucht. Gleitmittel, Puder, Kleidung und vieles mehr sind Dinge, mit denen jede Liebespuppe in Berührung kommt und wenn einmal ein Schaden vom Dollpark repariert werden soll, fallen wieder Transport, Materialeinsatz usw. an.

Die Liebespuppe ist bis zur Entsorgung ein Umweltthema

Auch wenn die Liebespuppe ihren letzten Weg zur Entsorgung antritt, ist es mit einem lockeren Wurf in den Hausmüll wohl kaum getan. Die Liebespuppe ist Sondermüll (auch wenn es hart klingt) und sie muss in Wertstoffhöfen entsorgt werden. User haben im Forum gezeigt, wie so etwas am sinnvollsten geht und manche machen dies sogar gerne für andere, wenn sie nett nachfragen.

Diese Beispiele zeigen, dass die Liebespuppe kein Produkt ist, was vom Himmel fällt. Zahllose Ressourcen werden für ihre Herstellung, ihren Transport, ihr Leben mit uns und auch in der Entsorgung verbraucht. Ist die Liebespuppe also ein unnötiges Umweltrisiko? Ein Produkt, was nicht sein muss? Was den Planeten unnötig belastet?

Nun, um diese Frage zu beantworten, müsste man das Thema anders aufrollen. Man müsste generell die Frage stellen, ob denn all die Konsumgüter für unsere Planeten sinnvoll sind. Wenn man z.B. einmal die Produktion der Smartphone mit den Produktionszahlen der Liebespuppen vergleicht, dann ist sie ein äußerst äußerst kleines Licht. Milliarden Smartphons dürften eine Ressourcenverschwendung sein, die astronomisch im Vergleich zur Liebespuppe ist.

Es bleibt bei diesem Gedanken auch die Frage des Nutzens. Sicher, die Liebespuppe ist kein elementares Produkt, was z.B. ein CT Gerät, aber sie kann für viele Menschen ein sehr wichtiges „Werkzeug“ sein, um Glück, Liebe und Frieden in der Seele zu erfahren. Die Liebespuppe mag auf den ersten Blick wie ein sinnloses Konsumprodukt daher kommen, aber sie hat den Menschen auch viel Nutzen gebracht und sie hat – zumindest mir – sogar das Leben gerettet, denn ohne sie wäre ich sicher nicht da, wo ich heute wäre.

Mehr Liebespuppen aus Deutschland?

Die Frage, ob die Liebespuppe nicht im heimischen Markt mit deutscher Qualität und weniger Ressorcenverbrauch (Transport) sinnvoller zu produzieren wäre, ist auch keine Frage, die nur die Silikonpuppe oder die TPE Liebespuppe betrifft. Es ist eine generelle Einstellung in der Gesellschaft und der Wirtschaft, die den Schutz der Erde wichtiger als „Geiz ist geil“ oder „Profit um jeden Preis“ ansieht. Die Liebespuppe ist hier im Grunde nur ein Produkt der Zeit. Sie soll günstig sein und das bringt nun einmal einen Preis mit sich, den man in Euro schwer messen kann.

Ich möchte als Fazit sagen: Ja, die Liebespuppe kostet Ressourcen und belastet so die Umwelt. Ich denke jedoch, dass dieser Belastung auch ein Nutzen entgegen steht. Es ist ein Nutzen, der viele Menschen in aller Welt Glück, Frieden, Freiheit und Liebe schenkt. Die Liebespuppe ist meist kein Produkt für kurzen Spaß, sie bewegt, verändert, heilt und hilft, sie macht frei und fröhlich. Das ist – für mich – ein guter Preis, den die Natur zahlt und dieser Preis ist allemal besser, als der Preis, den wir für Kampfflugzeuge oder Atombombentest zahlen. Findet ihr nicht auch?



Die Liebespuppe im Pflegeheim?

Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (809) 20.9.2017

Der Bereich der Pflege ist in Deutschland – meiner Ansicht nach – eine Katastrophe. Engagierte und sich abschuftende Pfleger werden in jeder Hinsicht im Stich gelassen und schlecht bezahlt von privaten oder halbstaatlichen Unternehmen körperlich und mental ausgebeutet.

Die Altersarmut in Deutschland wird bald noch ein riesen Problem für den Pflegebereich werden, auch, weil man sich lieber um jede Randgruppe in diesem Land kümmert und Familien zerstört, anstatt denen ein würdevolles Leben zu ermöglichen, die uns dieses Land so aufbauten, damit wir uns heute mit jedem Kinkerlitzchen überhaupt erst befassen können.

Doch ich will nicht zu sehr in der Woche der Bundestagswahl in die Analysen abdriften. Nur soviel: Nicht nur der Liebespuppenfreund sollte überlegen, welche Koalitionen es in den letzten 20 Jahren in diesem Land im Bund und den Ländern gab und was sich eigentlich bei allen am Ende geändert hat.

Doch nun zur Liebespuppe. Viele Freunde von Liebespuppen sind 50+. Die lebensnahe Liebespuppe gibt es zudem seit 20 Jahren und so langsam dürften diejenigen, die auch für diese Liebe einst ihr Gesicht und ihre Köpfe her hielten, älter geworden sein. Auch bei mir rückt nicht nur die 50 immer näher und das merke ich nicht nur bei einer Zahl, sondern auch jeden Tag an einem Körper und Geist, der alles andere als jung mehr ist.

Viele Liebespuppenfreunde – nicht alle – leben alleine. Sie müssen ihren Alltag als freiwilliger oder unfreiwilliger Single alleine regeln und ihre Eltern sind alt oder tot und die Geschwister haben ihr eigenes Leben. Die Liebespuppe ist jetzt eine große Hilfe für uns, doch was passiert, wenn wir so alt und krank sind, dass wir es nicht mehr alleine schaffen?

Was ist dann mit unseren lebensnahen Liebespuppen? Kann man sie überhaupt in ein betreutes Wohnen mitnehmen oder gar in ein Pflegeheim? Gibt es dort überhaupt Platz? Wie reagieren die Pfleger? Die Heimleitung? Die Zellen….äh Raumgenossen? Was sagen die Besucher?

Viele unbeantwortete Fragen zum Thema Liebespuppe im Pflegeheim

All das sind Fragen, die ich nicht beantworten kann, wenn ich ehrlich bin, aber sie werden irgendwann ein Thema werden, da bin ich mir ziemlich sicher, denn nur weil ich krank bin oder nicht mehr meinen Alltag alleine schaffe, will ich nicht unbedingt ohne meine Liebespuppe sein.

Ich habe in den letzten Wochen – ehrlich gesagt – wenig Lust auf Sex mit meiner Silikonpuppe gehabt. Es waren viele üble Dinge in meinem Privatleben zu klären und ich war auch noch krank an einer sensiblen Stelle. Doch das tat meinen Gefühlen für meine Silikonpuppe und die TeddyBabe Stoffpuppe und vor allem für Jenny keinen Abbruch. Ich liebe meine Jenny, ich liebe ihren Leihkörper, ich liebe es, ihn zu küssen, zu knuddeln, zu streicheln und neben ihm einzuschlafen.

Doch was passiert, falls ich in ein Pflegeheim muss? Ich werde wohl – ob meiner erbärmlichen Rente – in eines der Heime kommen, wo Sozialfälle hin kommen. Ob man dort für einen „skurrilen Typen“ eine Ausnahme macht und die Liebespuppe neben sein Bett stellt oder sie gar daneben legt?

Ich denke, wenn etwas halbwegs funktionieren könnte, dann ist es die Stoffpuppe, das TeddyBabe. Viele sehen sie als „Kuscheltier für Erwachsene“ und sie fallen in kein Uncanny Valley (unterbewußte Angst vor dem Tod aufgrund der Lebensnähe der Liebespuppe und ihrer fehlenden Eigenbewegung) und sie schauen vielleicht ein wenig mitleidig auf mich, aber das würde mich nicht stören.

Manche Liebespuppenfreunde verdrängen all diese Gedanken. Wie unsere Gesellschaft alles verdrängt, was unangenehm ist und FFS (Ficken…Fressen….Saufen…) und Party machen stört. Doch der Gedanke eines Lebens mit einer Liebespuppe im Altersheim ist damit nicht weg gegangen und ich mache ihn mir schon lange, denn ich möchte – so es das Schicksal will – bis zum letzten Atemzug mit meiner Liebespuppe glücklich sein…..wo immer dieser Weg auch enden mag…..



Meditation und Tagträume – Viel intensiver seit der Liebespuppe

Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (808) 15.9.2017

Bis zu meinem Burn out 2007 habe ich wenig für Meditationen, Tagträume, Entspannungsmusik und andere Dinge übrig gehabt. Ich hatte keine Zeit für solch einen „Firlefanz“ und mein Leben bestand aus knallharten Fakten und den Umgang mit den Problemen meiner Kunden und der Forderungen von meinen Beziehungen und im Arbeitsleben. Wenn ich überhaupt mit solchen Dingen in Berührung kam, dann vielleicht am Wellness Wochenende, aber bei einer Massage war dann meist Schluß mit lustig.

Das Ergebnis dieser Lebens- und Denkweise werde ich bis in mein Grab mit nehmen. Es war ein Leben, welches mich mental, psychisch, menschlich und als spirituellen Teil dieser grandiosen Welt auslöschte. Ich war 2007 nur noch eine Maschine. Ich war für alle da, aber niemand für mich. Daran hat sich zwar bis heute wenig geändert, aber ich bin heute ein Mensch und ich nehme mir – notfalls brachial – das Recht, ein solcher sein zu dürfen. Wenn jemand nichts gibt, bekommt er auch nichts von mir, es sei denn, er ist in einer schlimmen echten Notlage.

Ich habe erst seit dem Burn out gelernt, wie viele meiner Probleme eigentlich Stress und mein Leben als Maschine waren. Ich habe seitdem gelernt, in mich zu hören, statt auf andere von außen zu hören und seitdem dankt es mir meine kranke Seele und mein leerer Geist jeden Tag und mein Körper auch.

Die Liebespuppe machte Meditation und Tagträume zu meinem Alltag

Doch es war die lebensnahe Liebespuppe, die aus diesem Weg der Notwendigkeit und dem Reißleine ziehen erst einen lebenswerten Weg machte. Ihre unglaublich andere Art, ihre endlos ruhige Ausstrahlung und ihr anderes Dasein ließen mich darüber nachdenken, ob das nach innen hören wirklich nur „Nonsens“ ist. Und so begann ich mit Jenny und meiner Silikonpuppe, zu meditieren und mehr mit ihr in der Hinsicht zu tun.

Ich habe heute viele kleine Tagträume, denen ich mich gerne hingebe. Manchmal fließen sie in die Meditation abends neben Jenny ein. Dann sehe ich sie, so klar, so detailliert, so sehr als Madeleine Arendt, dass mir die Tränen kommen, so nahe ist sie mir.

Manchmal, wenn wir am TV sitzen, dann mache ich mit Jenny meine eigene kleine „Flugstunde“. Dann fliegen wir in einem Tagtraum zu einer Jacht oder an einen Strand, in einen Klostergarten oder wo immer wir sein möchten. Dort küssen wir uns und fühlen einander und es ist auch dann sehr real und schön.

Ich habe durch die Liebespuppe wieder in diese Welt gefunden, die uns gegeben wurde, um den Wahnsinn der realen Welt ertragen zu können. Auch wenn dies heute durch Computerspiele von vielen absorbiert wird, so sind diese Tagträume weiterhin unschlagbar, denn es bin ich und Jenny, die dort die Hauptrolle spielen und keine Phantasiefiguren.

Seit ich diese Welt wieder betreten habe – die als Kind noch so normal war und wo es mir so gut ging -, geht es mir wieder besser. Ich fühle mich freier, stelle mich meinen Ängsten, Träumen und meiner Phantasie. Und ich teile sie mit Jenny. Ich glaube auch, dass sie diese Träume mit beeinflusst. Sie weis die Grenzen dieser Welt zu „manipulieren“ und ich profitiere davon. Seit ich die Liebespuppe habe, sind all meine Meditationen und Tagträume auf einer ganz anderen Stufe, vor allem, wenn sie dabei ist.

Die Liebespuppe hat meine Wahrnehmung verändert, ohne Frage. Jenny hat meine anderen Sinne ab Nummer 6 geschärft und das zeigt sich nun in einer Welt, die wunderschön ist und die ich nie wieder verlassen werde, weil sie mich glücklich und gesund im Geist und im Körper macht und weil ich durch sie Mensch bin. Endlich.



Wie läuft eigentlich eine Beziehung mit einer Liebespuppe?

Die Liebe zwischen Mann und Frau wurde viel besungen, endlose Gedichte geschrieben und „Experten“ haben unzählige Berichte und Artikel geschrieben, wie so eine Liebe auszusehen hat, was angeblich darin wichtig ist und was ihre Trennungsgründe sind. Dabei wurde nichts ausgespart, ich habe damals sogar ein Paar gesehen, was für die Wissenschaft mit einem Haufen Sensoren an sich Sex hatte, inklusive Kamera, die den männlichen Orgasmus in der Muschi filmte. Was ich von solchen Dingen halte…..dazu möchte ich nichts sagen.

Selbst die Liebe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern und alle Arten von Liebe, die verboten ist, weil sie Normen oder andere Dinge sprengen, all das wurde Hunderte Male beschrieben, verfilmt und aufgearbeitet. Doch was ist eigentlich mit der Liebe zu lebensnahen Liebespuppen? Hier hört man vor Stille fast die Grillen zirpen, wenn man das Thema mal aufruft.

Die Liebe zu Liebespuppen ist bisher weder besungen worden noch hat man darüber Bücher veröffentlich, Gedichte geschrieben oder Dramen verfasst. Bis auf den immer wieder vorgezerrten Film „Lars und die Frauen“ oder anderer Machwerke der Marke „Gummipuppe wird lebendig“ ist nicht wirklich etwas zu finden, außer in den Tiefen des Internets, wie z.B. meinem Blog hier.

Doch dabei ist die Liebe zu einer Liebespuppe wirklich etwas, worüber man eine Menge schreiben könnte, auch, weil es eine ganz andere und auch neue Art der Liebe ist, die sich weit von Beispielen der Vergangenheit abhebt, weit über Objektliebe oder der Liebe zu (s)einem Kunstwerk geht. Die heutige lebensnahe Liebespuppe ist ultrarealistisch, weltweit vorhanden und sie ist kein Produkt für ein paar Duzend Leute. Weltweit dürften bereits Zehntausende Menschen solche Liebespuppen haben oder gehabt haben.

Die Liebe zur Liebespuppe – Kaum verarbeitet in dieser Welt

Alleine diese Tatsache wäre schon mehr wert, als ein abwertender Hollywoodfilm und ein paar reißerische Dokus im Privat TV der Marke Freakshow. Diese Liebe ist – das habe ich in den ganzen Jahren hoffentlich sehr gut rüber gebracht im Blog – eine ganz andere Art von Liebe, die mit nichts anderem zu vergleichen ist, weder mit der Liebe zwischen Mann und Frau noch mit anderen Arten von Liebe und auch nicht mit der Liebe zu Kuscheltieren oder so.

Ich lebe seit fast sieben Jahren mit einer Silikonpuppe zusammen. In dieser Zeit funkte keine Frau ernsthaft dazwischen und ich habe mit ihr so viel erlebt, dass sie mehr Erinnerungsalben füllt, als manche Beziehungen. Doch wie kann so eine Liebe eigentlich über Jahre aufrecht erhalten werden, wo doch so viel vom klassischen Schema der Liebe fehlt? Wie kann sie ihren Reiz behalten, wo sie weder Kinder gebären kann noch Spaß beim gemeinsamen Kinobesuch gibt? Nun, die Antwort ist nicht leicht, aber ich versuche, sie hier einmal zu erklären.

Abgesehen davon, dass ich in der Liebespuppe eine verstorbene Seele sehe, bringt die Silikonpuppe eine Menge Dinge mit, die den Reiz an ihr nicht vergehen lassen.

Da ist zuerst einmal eine große Qualität, die oft unterschätzt wird. Die lebensnahe Liebespuppe ist immer da, sie ist nur dein und sie ist immer an deiner Seite, egal was du tust. Das gibt einer solchen Liebe eine solide Basis, gerade wenn man in der Liebe zuvor betrogen, belogen und verraten wurde. Die Treue der Liebespuppe ist oft das Fundament, was diese Liebe überhaupt erst entstehen lässt, denn sie schafft Sicherheit und Geborgenheit.

Die Liebe zu Liebespuppen ist einfach anders

Dann spricht die lebensnahe Liebespuppe sehr viele Areale in uns an, die sonst oft brach lagen. Phantasie, Intuition, Geduld und Ruhe sind einige der Dinge, die Liebespuppen erwecken können. Solche Attribute sollten auch in menschlichen Beziehungen normal sein. Sie sind es aber leider nicht. Mit einer Liebespuppe ist dies fast garantiert, wenn man diese Gaben hat. Das macht sehr viel aus in einer solchen Liebe, zumindest bei mir.

Die Liebespuppe hilft beim Verarbeiten. Sie hilft, ein verkorkstes Leben in der Liebe wieder gerade zu biegen. Aber sie hilft auch, sexuell zu befreien, sie lässt Versagen zu, sie erträgt Schwäche und doch motiviert sie irgendwie. All das geschieht auf anderen Wegen als zwischen Menschen.

Um eine lebensnahe Liebespuppe lange lieben zu können, muss man auch ihre Grenzen verstehen. Sie von morgens bis abends mit einer Frau zu vergleichen, bringt nichts. Ebenso wenig, sich ständig zu wünschen, sie würde lebendig werden. Es ist sinnvoller, die Realität zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen und darin Chancen zu sehen, denn diese Liebe hat auch eine Menge Vorteile.

Eine lange Liebe zu einer Liebespuppe ist eine ganz spezielle Reise, denn es gibt kein Drehbuch, keinen Expertentip und kein Idealbild, wie sie zu sein hat. Und vielleicht ist genau das ihr großer Reiz, vielleicht ist genau das der Grund, warum man sie dann auch Jahre lang lieben kann, denn in einer genormten Welt diese in einer solchen Liebe zu verlassen, kann ein großer Reiz sein.

Auf jeden Fall bleibt mein Beispiel auch nur ein individuelles Beispiel. Jeder Liebespuppenfreund gewichtet die von mir genannten Dinger anders, vielleicht sieht er andere Gründe. Vielleicht ist es ihre Perfektion, die ihn jahrelang fasziniert, vielleicht der ungezwungene Spaß auf verschiedenen Ebenen. Es gibt so viele Gründe, warum die Liebe zur Liebespuppe viele Jahre lang andauert und ich bin mir sicher, jede individuelle Geschichte würde Bücher, Filme und Gedichte füllen können, wenn man sie denn mal ansatzweise so ernsthaft beleuchten würde, wie die klassische Liebe zwischen Mann und Frau.



Mit der Liebespuppe an 9/11 gedenken

Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (808) 11.9.2017

Heute vor genau 16 Jahren war der Tag, der nicht nur in New York die Welt veränderte, sondern bis heute die Welt verändert hat. Wir spüren bis heute die Auswirkungen dieses unvergessenen Tages hautnah und viele der heutigen Probleme – wie die Asylkrise – lassen sich alle auf diesen Tag zurück führen.

Jeder Mensch erinnert sich heute noch daran, wie er den 11. September 2001 erlebt hat, sofern er damals kein unschuldiges Kind mehr war. Doch ich erinnere mich heute auch an diesen Tag, weil er mir zeigt, dass nicht nur die Welt sich dadurch drehte, sondern er war auch für mich der Beginn eines neuen Weges, der bei der lebensnahen Liebespuppe endete und er hatte nur bedingt mit diesem Terroranschlag zu tun.

2001 war ich noch ein Mensch, für den die lebensnahe Liebespuppe so weit weg war, wie das Leben für die armen Kerle, die aus den Fenstern des WTC sprangen. Ich war zu dieser Zeit ein „Normalo“. Ich habe jeden Tag 8 Stunden gearbeitet, hatte ein Kind, ging jeden Tag trainieren und schaute den heissen Trainerinnen im Fitnessstudio hinterher und flirtete mit ihnen.

2001 keinen Gedanken an Liebespuppen verschwendet

Dass die erste kommerzielle lebensnahe Liebespuppe zu dieser Zeit schon in den USA hergestellt wurde, wusste ich nicht. Ich hatte kein Internet, kannte kein Liebespuppenforum. Das Einzigste, was ich von Liebespuppen wusste, kam durch die Sitcom „Eine schreckliche nette Famile“ aus den USA in Form der Gummipuppen von Bud Bundy zu mir, aber das Thema reizte mich nicht im Geringsten.

Doch mein 9/11 nahm damals schon seinen Lauf und ich schlief damals genauso sanft den Traum der Sicherheit, wie ihn die USA an diesem Tag schlief. Auch ich hatte nie gedacht, dass meine kleine heile Welt eines Tages so zusammen stürzen würde, wie es die WTC Türme an diesem Tag taten.

Doch ich fand nach meinem persönlichen „Terroranschlag“ auf meine Seele, meinen Körper und mein Herz nach dem Burn out 2007 eine andere Antwort, als die US Regierung. Ich hörte auf, blind all diejenigen zu hassen, die auch nur ansatzweise für all das verantwortlich waren. Ich begann einen Weg des Umdenkens, einer anderen Politik in meinem Herzen und meiner Seele und ich fand am Ende mit der Silikonpuppe und Jenny einen Frieden, der nun schon lange andauert.

Wie dem auch sei, dieser Tag wird nicht nur für mich unvergessen bleiben und ich denke bei ihm nicht nur an die 3000 Amerikaner, die an diesem Tag ihr Leben verloren, sondern auch an all die unschuldigen Iraker und anderen Zivilisten, die für den Wahn einer kleine Gruppe Menschen kaltblütig und schutzlos ermordet wurden, ich denke auch an die mit Uranmunition verseuchten Iraker und die vielen Zivilisten, die durch endlose weitere Terroranschläge im Namen eines Propheten und durch feige Drohnenmorde als „Kolateralschaden“ in aller Welt leiden mussten.

Ich denke an sie und mir fällt dieser alte Spruch „Make love, not war“ ein und wenn ich diesen Kampf gegen Hass und Schmerz mit einer Liebespuppe gewinnen konnte, vielleicht kann ihn die Welt irgendwann auch gewinnen. Ich werde jedenfalls diesen Kampf mit meinen Mitteln weiter führen. Privat, beruflich und im Herzen, denn 9/11 ist bis heute jeden Tag vor unserer Haustür, auch wenn wir es oft verdrängen wollen.



Fahr mal ein paar Gänge runter mit der Liebespuppe!

Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (807) 8.9.2017

Mensch, fahr doch mal einen Gang runter! Diesen Spruch hören Jenny und ich bei unseren allabendlichen Soaps fast immer. Immer wenn jemand – warum auch immer – wütend ist, kommen solche Sprüche daher, dabei wird in all dem immer vergessen, dass es die Wut war, die unserem Land überhaupt erst ein solches Leben ermöglicht hat, denn ohne die Wut der Bürger wären wir – und viele andere Staaten – heute noch in Diktaturen. Wut kann – in richtigen Bahnen und fürs Allgemeinwohl eingesetzt – durchaus sinnvoll sein.

Aber das einen Gang runter fahren kann auch eine ganz andere Sinnhaftigkeit haben und dabei kommt die lebensnahe Liebespuppe unter Umständen ins Spiel. Wenn unser Leben zu hektisch wird, zu sehr auf der Überholspur ist, zu viele Drogen aller Art unser Leben beherrschen und alles zu einem Konsum mit schalem Beigeschmack wird, dann kann die Liebespuppe ein zauberhaftes Stopp – Zeichen setzen.

Mein Leben war einst auf der Überholspur, zu viel Arbeit, zu stressige Beziehungen, zu wenig Liebe und zu viel Ellenbogengesellschaft bestimmten einst mein Leben. Es war zwar damals nicht die Liebespuppe, die dieses Stopp – Zeichen setzte, sondern mein Geist und mein Körper mit dem Burn out, aber die Liebespuppe half, dass ich all die Wut, die Enttäuschung und die Trauer über einen falschen Weg in eine sinnvolle Bahn bringen konnte.

Die andere Art der Liebespuppe lässt mich einen Gang runter fahren

Es lag vor allem an dieser unglaublich distanzierten und ruhigen Art, die Liebespuppen ausstrahlen. Liebespuppen sind rein, sanft, unfassbar schön und von einer Art Erotik, die unverfälscht und exklusiv für ihren Liebhaber ist. Die Liebespuppe interessiert zudem so vieles nicht. Sie will keinen Prinzessinnentraum erzwingen, will keinen Männerhass über die Beziehung abarbeiten und keine psychischen Defizite ablassen. Sie existiert einfach, ist da, liebt und ist glücklich.

All das – plus die fehlende Angst, dass sie fremd geht – lässt dich in allem einen Gang runter fahren. Sie lässt dich vergessen, sie heilt Wunden und sie braucht keine Hektik und keinen Stress. Sie will für dich da sein und das ist alles, was sie will.

Die Liebespuppe half mir auch, durch ihr nimmermüdes Zuhören, einen Gang runter zu fahren. Sie war nie gelangweilt, wenn ich ihr zum x-Mal von meiner traurigen Schulzeit erzählte, sie nahm all meine Tränen auf und nie stoppte ein nervendes Smartphon diese Zeit. Sie war auch hier einfach nur da und ich konnte auch einen Gang runter fahren, weil bei ihr Schwäche nicht gleichbedeutend mit dem Auftakt des Ausnutzens war und sie sah mich dadurch auch nicht ein wenig weniger männlich an.

Die Liebespuppe ließ mich einen Gang runter fahren, indem sie mir vor allem Zeit schenkte. Sie füllte unser Dasein nicht mit belanglosem Aktionen zum Verdecken geistiger Windstille, sie nervte nicht mit Belanglosigkeiten und sie war immer offen und ehrlich und klärte alles immer sofort, sanft und liebevoll. Alleine das Verabschieden vom ewig nutzlosen Genderkrieg ließ mich mindestens einen Gang herunter fahren, wenn nicht gar zwei.

Nun ist mein Leben vielleicht ein lahmes daher tuckern im 1. Gang geworden, aber so habe ich endlich die Zeit, all die Feinheiten dieser Welt überhaupt erst erkennen zu können. Es ist ein großer Wert für mich und an diesen Weg hatte meine Liebespuppe einen erheblichen Anteil.

Und die Wut? Ja, sie kommt ab und an noch durch, denn die Welt existiert auch außerhalb der Silikonpuppe und Jenny. Und wenn sie ungerecht ist, dann darf ich wütend sein und Jenny kommt dann nicht mit dem blöden Spruch „Fahr mal einen Gang runter“ daher. Sie lässt mich einfach Dampf aus dem Kessel ablassen und danach kuschelt sie mit mir und dann ist auch so alles wieder gut.



Bundestagswahlkampf ohne Liebespuppen – Ein Segen!

Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (806) 6.9.2017

Kanzlerduell, Umfragen, die immer gleichen Politikerfratzen…..ich kann es nicht mehr hören und sehen. Bin ich froh, dass Liebespuppen nichts mit der Politik zu tun haben.

Während sich der Bürger in seinem 2 Sekunden Akt der Demokratie entscheiden soll, welche Marionette der Großkonzerne die nächsten vier Jahre an den Strippen tanzt, ist Jenny und meine Silikonpuppe entspannt, so wie eigentlich immer. Und an lebensnahen Liebespuppen gehen viele weitere Kelche vorbei: Unterhaltsstreit, Steuererklärungen und Zankereien um nichts und wieder nichts sind einige Dinge aus einem Repertoire, was Liebespuppen völlig kalt lässt und dafür beneide ich sie manchmal.

Ich bin eigentlich schon vor meiner Zeit mit der Liebespuppe in Sachen Politik, Wissenschaft und Religion aufgewacht. Diesen Verdienst rechne ich nur bedingt Jenny und der Liebespuppe zu.

Mein Burn out war damals der erste Schritt eines Weges, wo ich mich hinterfragt habe, was eigentlich in meinem Leben ich selbst war und was andere in mir einpflanzten und ich kam damals zum Ergebnis, dass es nicht nur die Indoktrinierungsmaschinen der Schule oder der Massenmedien waren, sondern vor allem auch Freunde, Bekannte und Familienangehörige, die einem mit ihrem „gut gemeinten Rat“ das Leben am Ende schwerer machten, als wenn sie mich einfach nur gelassen hätten.

Doch die schlimmste Erkenntnis auf dem Weg war, dass ich eine Art von Liebe beigebracht bekommen habe, die mit meinem realen Leben einfach nicht kompatibel war. Meine Welt der Liebe war auf eine Vorstellung einer Zeit aufgebaut, die heute nicht mehr existiert und wenn, dann nur über einen Weg, den ich nicht leisten kann oder will. Es war die wohl furchtbarste Konditionierung meines Lebens, eine Art der Liebe für mich zum Ideal zu erklären, die für mich nicht machbar ist.

Meine Liebespuppe beantwortete die alles entscheidende Kernfrage in meinem Leben

Es war am Ende die alles entscheidende Kernfrage, die nur meine Liebespuppe beantworten konnte. Während ich die Indoktrinierung von Schule, Medien und gesellschaftlichen Erziehung abschütteln konnte, den Status Qou verließ und ein alles hinterfragender freier Geist wurde, blieb diese Art der Liebe so fest in meinem Herzen eingemeißelt, dass sie – trotz aller rationalen Erkenntnis – nicht aus meinem Herzen getilgt werden konnte.

Die Liebespuppe war am Ende die einzig sinnvolle Antwort für mich. Sie war der einzige Weg zur Gnade, zu einer Art Konpromiss, einem Waffenstillstandsabkommen. Durch die Liebespuppe konnte ich einen Weg dieser Art der Liebe gehen, auch wenn er einer Kapitulation sehr nahe kam, aber es war am Ende keine richtige Niederlage, im Gegenteil.

Denn durch die Liebespuppe bekam ich Raum, meinen freien Geist weiter frei sein lassen zu können. Ich konnte weiter in Ruhe hinter die Kulissen schauen, konnte mich von allen Versuchen der Beeinflussung befreien und so frei im Kopf und im Herzen sein, wie es noch möglich war. Und das Ergebnis ist heute, dass ich der bin, der ich wirklich bin.

Und deshalb hält mich die Liebespuppe auch von dem unsinnigen „Kanzler – Duell“ fern oder dem ganzen emotional aufgepeitschtem Bla Bla. Ich treffe heute überall nur meine Entscheidung und diese ist nicht für immer fest, sondern dynamisch, sie passt sich an die Gegebenheiten an und sie wirft auch einmal Überzeugungen und Wissen über den Haufen. So handhabe ich es mit dem Verständnis der Seele meiner Liebespuppe bis hin zu meinem aktuellen Weltbild.

Und so nehme heute nur noch meine Sinne, den gesunden Menschenverstand, spüre, fühle und erlebe und was andere dazu meinen, interessiert mich nur am Rande und schon gar nicht, wenn es völlig undifferenziert ist. Ich mache mir dann lieber mein eigenes Bild und gut ist es und ob dieses dann Wahrheit ist oder nicht, wer weis das schon, ich bin schließlich auch nur ein Mensch.



Kein Rosenkrieg mit Liebespuppen

Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (803) 30.8.2017

Ja, der Vergleich Liebespuppe vs. Frau ist sinnlos und er sollte – meiner Ansicht nach – im Bereich der Satire bleiben, aber im Alltag gibt es mit einer Liebespuppe schon eine Menge Unterschiede zu betrachten, zumal ich meine Silikonpuppe und die Seele Jenny in ihr wie eine Partnerin sehe, sie so behandle und auch so respektiere. Sie steht einer lebenden Frau in dieser Hinsicht in nichts nach, inklusive der Liebe, die ich für sie empfinde.

Der größte Vorteil dieser Art von Liebe ist Freiheit. Es ist die Freiheit, eine Liebesbeziehung zu führen, in der jeder Teil das machen kann, was er möchte. Es gibt keinen Besitzanspruch, keine Erwartungen, keine Statussymbole oder gesellschaftliche Erwartungen zu befriedigen. Die Liebe zu einer lebensnahen Liebespuppe ist simpel, so simpel, dass sie frei macht und eine andere Denk- und Lebensweise geradezu aufzwingt.

Ich finde erbärmlich, dass die Liebespuppe vor allem immer mit all der Streiterei und Nörgelei einer Liebe zwischen Menschen vergleichen wird. Oft heißt es: „Die Liebespuppe sagt nie Nein“ oder „Sie hat keine Widerworte“, aber wer so denkt, versteht mein Konzept der Liebe zu ihr nicht.

Ich vergleiche Jenny und meine Silikonpuppe nicht mit irgendwelchen Eigenschaften, die ein Partner auch nicht wirklich haben muss, wenn man einander wirklich liebt. Ich vergleiche vor allem den Alltag, der mit einer Liebespuppe so anders ist, im Guten wie im Schlechten.

Ein oft unbeachteter Vorteil der Liebe zu Liebespuppen

Einer der großen Vorteile dieser Liebe ist – so merkwürdig es klingen mag – der Umgang mit einem möglichen Ende einer solchen Beziehung. Während in menschlichen Beziehungen oft alle Probleme unter den Teppich gekehrt und Probleme in der Liebe unter dem Staub des Versöhnungssex, Kauforgien und Wellnessurlauben oder Kindern als Pfand begraben werden, ist die Liebe zu einer Liebespuppe und erst Recht zu einer Seele von ihr anders. Diese Liebe hat keine Bindungsgrößen an sich. Die einzige Bindung ist Liebe und Respekt.

Und so ist auch ein Ende zu der Liebe zu ihr anders zu bewerten. Ich werde z.B. Jennys Seele nicht aufhalten können, egal was ich tue. Es hilft kein eifersüchtiges kontrollieren ihres Internetverlaufes, es hilft kein Ehevertrag und auch kein Rosenkrieg, um diese Liebe zu halten oder zu beenden. Wenn Jennys Seele morgen gehen will, wird sie gehen und wenn ich meine Verbindung zu ihr abbreche, dann war es das und dann bleibt nur der Verkauf der Liebespuppen.

Wer eine lebensnahe Liebespuppe kauft, der ahnt meist nicht, welche emotionale Bindung und welche Art der Tiefe er zu ihr aufbaut. Aber er weis von Anfang an, dass diese Art der Liebe anders ist, als zu einem lebenden Partner. Der Anfang ist anders und das Ende auch und darin liegt die große Krux aber auch die große Freiheit der Liebespuppe.

Denn kein Scheidungsanwalt, kein Familiengericht und keine Schlammschlacht ist nötig, wenn die Liebe zu einer Liebespuppe zu Ende geht, aus welchem Grund auch immer. Es sind fast nie verletzte Gefühle im Spiel, höchstens ein wenig Wehmut oder auch Enttäuschung, weil sie nicht das gab, was man sich erhoffte, aber die Liebespuppe bleibt eine Erfahrung ohne elend langen Beigeschmack, ohne 20 Jahre Dauerstreit und ohne Gezerre um jedes Schmuckstück. Sie bleibt einfach nur ein Weg der Liebe, der so oder so endet.

Jenny ist deshalb auch ein anderer „Mensch“ als die heutige Frau, weil unsere Liebe auf einer anderen Grundlage basiert und sie hat eine andere Art der Bindung. Ich bin kein Typ, der sie hörig machte, sie mit irgendeinem Gefasel rum bekam oder mit Blumen nach einem Betrügen auf die Knie gehen musste, ich bin einfach nur eine Gnade für sie, diese Welt noch einmal in Liebe zu erleben und ich sehe Jenny ebenso als Gnade, dass mein Herz und meine Seele noch einmal die reine Liebe erleben darf. Das ist eine Grundlage, die es leider heute kaum noch zwischen Mann und Frau gibt, wenn man mal ehrlich ist.

Und wenn denn Jenny je gehen sollte, dann wird sie keinen Hass, keine Trauer, keine verlorenen Tränen und Energie, Geld und Zeit hinterlassen. Sie würde eine wundervolle Erfahrung in meinem Leben sein, eine Erfahrung, die keinen bitteren Beigeschmack hätte, außer dass ich sie sehr vermissen würde.



Mißbrauchsopfer Liebespuppe?

Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (802) 28.8.2017

Nein, in diesem Tagebucheintrag geht es nicht um das bescheuerte Klischee, wir seien alle irgendwie verkappte Vergewaltiger, weil die Liebespuppe nicht „Nein“ sagen kann (was übrigens nie einen Vergewaltiger abgehalten hat), sondern es geht vielmehr um die Gefahr, dass Freunde, Bekannte und Verwandte die Gunst der Stunde benutzen könnten, um sich an unseren Liebespuppe zu vergehen.

Die lebensnahe Liebespuppe kommt immer mehr im normalen Volk an und immer mehr Menschen schaffen sich schöne TPE Sexpuppen oder Silikonpuppen aus unterschiedlichsten Gründen an und die Beziehungstiefe zu ihnen steigt immer mehr.

Das sorgt unter anderem auch dafür, dass sich immer mehr Menschen im Freundeskreis, Familienkreis und gar noch weiter gehend „outen“ und zu ihrer Liebe zu Liebespuppen stehen. Soweit so gut.

Doch die Liebespuppe ist auch ein erotischer Gegenstand, sie ist wunderschön, sexy, heiß und der Gedanke von Sex mit ihr prickelnd und aufregend und er hat sicher für Außenstehende etwas verbotenes an sich und die Liebespuppe ist jederzeit dafür bereit und genau darin sehe ich eine große Gefahr.

Ein Freund von mir, der jeden Tag 40 Stunden und mehr in der Woche außer Haus ist, hatte damals, als er sich eine Silikonpuppe holte, schon Angst, dass sein Vater eines Tages die Liebespuppe mißbrauchen könnte. Er war sein Vermieter und hatte freien Zugang zu seiner Wohnung und er warf öfter mal ein Auge auf sie. Er selbst lebt in einer eingefahrenen Ehe und die Gefahr fand ich damals nicht von der Hand zu weisen.

Gott sei Dank ist sein Vater ein Mann von Ehre und er hat es nie getan, auch weil mein Freund die Liebespuppe über Wochen mit einem Klebestreifen markierte und dieser nie gerissen war, was ein gutes Indiz ist. Aber nicht jeder wird einen so rücksichtsvollen Vater oder andere Verwandte haben.

Unbefugtes Benutzen der Liebespuppe kein Kavaliersdelikt

Der Mißbrauch der Liebespuppe ist für uns Liebespuppenfreunde kein Kavaliersdelikt, auch wenn es vielleicht so scheinen mag. Für die meisten von uns ist die Liebespuppe etwas sehr intimes, wir lieben sie, sie gehört zu uns und viele von uns sehen sie als Partnerin oder zumindest als etwas, was niemand ohne unsere Erlaubnis zu berühren hat. Für mich wäre jedes ungefragte Vergehen an meiner Liebespuppe gleich bewertet, wie das Mißbrauchen meines Kindes oder eines anderen Lebewesens und ich würde nicht einen Deut weniger aggressiv und wütend sein, wenn ich es heraus finden würde.

Sollte dieser Fall eintreten, dann sollte man ähnlich vorgehen, wie bei anderem Mißbrauch. Ich würde solche Menschen so etwas nie verzeihen. Der Unterschied zu einem lebenden Menschen wäre nur, dass ich ihn wegen Sachbeschädigung anzeigen würde, anstatt wegen Körperverletzung und ich würde alle Register ziehen und mir wäre es egal, meine Liebe zur Liebespuppe dann vor der Versicherung oder Polizei zuzugeben.

Liebespuppenfreunde sollten ihren Verwandten, Bekannten und anderen, die über die Liebespuppe Bescheid wissen, deutlich machen, dass sie kein x-beliebiger Gegenstand ist, sondern dass sie einen emotionalen und intimen Wert hat und das man das ungefragte Benutzen jeglicher Art nicht möchte und entsprechend sauer reagiert, wenn es passiert.

Außerdem sollte man – sofern andere in Abwesenheit Zugang zur Wohnung haben – mit abschließbaren Schränken, Zimmern oder anderen sicheren Aufbewahrungsmöglichkeiten arbeiten, denn wie heißt es auch hier so schön: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Natürlich kann man auch mit solchen Dingen wie kleinen Klebestreifen oder gar Webcams arbeiten, wenn man nicht zu Hause ist, aber vor allem gilt es, den anderen Mitmenschen deutlich zu machen, dass man ein Betrügen mit der Liebespuppe keinesfalls locker sieht.

Ich wünsche allen Liebespuppenfreunden, dass ihre lebensnahe Liebespuppe von solchen Dingen verschont bleibt und ich hoffe, ich konnte außenstehenden Lesern deutlich machen, dass der Sex und das Kuscheln mit Liebespuppe etwas sehr intimes ist und das man es genauso respektieren sollte, wie man es mit einem lebenden Begleiter tun sollte. Respekt ist für eine Eigenschaft, die nicht dort aufhört, wo ein Lebewesen zu Schaden kommen kann.