Die ersten Robot – Sexpuppen sind noch nicht einmal richtig auf dem Markt und es gibt keine Langzeitstudien von ihren Liebhabern. Doch diese neue Variante der lebensnahen Liebespuppen hat schon jetzt für zwei Dinge gesorgt: Das Thema Liebespuppe ist bekannter geworden und die Wissenschaft nimmt sich jetzt wohl auch langsam diesem Thema an.

Dabei ist die Untersuchung des Phänomens Liebespuppe schon längst überfällig. Die lebensnahen Sexpuppen aus TPE oder die seit 20 Jahren existierende lebensnahe Silikonpuppe ist längst bei zigtausenden Menschen in aller Welt angekommen und es gibt zahllose Berichte, wie Menschen mit ihren Liebespuppen leben, sie lieben und gar heiraten.

Dass man mit der Robot – Sexpuppe nun quasi das Rad neu erfindet und von vorne anfängt, ist eigentlich unnötig. Sicher, die Robot – Sexpuppe wird noch einmal eine andere Käuferschicht ansprechen und mehr Menschen für Liebespuppen begeistern, aber die Grundintention und die Grundbedürfnisse, die hinter dem Kauf solcher Liebespuppen stehen, werden nicht viel anders sein, als die von bisherigen Liebespuppenfreunden.

Hätte man die Liebespuppenfreunde nicht jahrelang diffamiert und als abstoßende Zeitgenossen tituliert, dann bräuchte es jetzt keine leicht panisch anmutenden Studien, wie z.B diese aktuelle Studie der Uni Potsdam.

Zig verschiedene Bereiche der Puppenliebe in einer Studie

In der Beschreibung der Studie sieht man sehr gut, wie wenig sich die Wissenschaft bisher mit dem Phänomen der Liebespuppe auseinander setzen wollte. In der Studie werden zig verschiedene Bereiche des Umgangs mit künstlichen Menschennachahmungen zusammen gewürfelt. Der alte Opa im Pflegeheim, der eine Puppe als Kommunikationshilfe möchte, wird mit dem Sexpuppenliebhaber und der Therapeimöglichkeit für Pädophile in einen Topf geschmissen und alles wird dann mit dem Mixer des Einsatzes von Robotern im Arbeitsleben durchgerührt. Was dort am Ende für ein Brei heraus kommt, will ich mir gar nicht vorstellen.

Die Robot – Sexpuppe muss unbedingt von dem Rest des Umgangs mit Robotern und von möglichen Therapien von gefährlichen Neigungen getrennt werden. Die Robot – Sexpuppe wird – wie die Liebespuppe – hauptsächlich ein Weg für viele ganz normale Bürger in unserem und anderen Ländern sein, die von freiem Sex mit einer optisch perfekten Frau (Mann) bis hin zu einem Beziehungsersatz eine Liebespuppe kaufen. 99% von uns ist weder ein einsamer Opi im Pflegeheim noch ein kurz vorm Vollzug stehender Pädophiler oder Vergewaltiger und ihn interessiert beim Kauf von Liebespuppen auch nicht primär, ob er damit einer SciFi Vision Vorschub gibt oder damit das Ende der Welt einläutet.

Der Käufer von heutigen lebensnahen Sexpuppen bis hin zu den schönen Stoffpuppen oder den günstigen Gummipuppen haben ganz andere Gründe und Wünsche hinter dem Kauf von Liebespuppen. Es geht meist um ganz zentrale und sehr menschliche Bedürfnisse. Es geht oft um die Behebung eines gewissen seelischen Notstandes, was ich übrigens nicht immer negativ sehe, sondern auch positiv, weil man damit sein Leben bereichernder, glücklicher und ausgeglichener macht.

Analysiert erst einmal ordentlich die jetzigen Liebespuppenfreunde

Wenn man also die Robot – Sexpuppe analysieren will, bevor sie überhaupt bei uns angekommen ist, dann muss man die bisherigen Liebespuppenliebhaber analysieren. Ohne sie sind alle jetzigen Studien völlig sinnlos.

Denn ohne eine Affinität zu dieser Welt kann man auch nicht in sie abtauchen. Ich befrage ja auch keinen Hochschullehrer, was er zur Faszination des Biathlonsportes sagt. Die Liebespuppenfreunde sind diejenigen, welche die Welt der Liebespuppe kennen, sie lieben und entdeckt haben und ihre Wege sind so breit, dass alleine dort schon kaum ein Ergebnis zu finden ist, was man einer Mehrheit überstülpen kann.

Alleine schon die Frage, wie die Liebespuppenfreunde ihre Beziehung zur Liebespuppe sehen, ist so komplex, dass man eine sehr intensive wissenschaftliche Studie dazu machen müsste, denn die Ergebnisse wären bestimmt äußerst umfangreich.

Und so bleibt am Ende nur mein Rat an die Uni Potsdam und all die anderen, die sich mit dem Thema Robot – Sexpuppe befassen wollen: Schaut auf die Liebespuppenfreunde und erforscht unsere Faszination für Liebespuppen von innen nach außen und nicht umgekehrt, ansonsten wird es nur vergeudete Zeit und Geld sein.

Euer PJ