Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (701) 28.12.2016

2016 neigt sich dem Ende entgegen und ich finde, es ist auch Zeit, wieder einmal auf die Entwicklungen der Robottechnik bei humanoiden Robotern zu schauen, denn es tat sich 2016 eine Menge.

Neben der ersten mit dem Internet verbundenen Spielpuppe für Kinder (ich hatte davon im Blog berichtet) und dem ersten Haushaltsroboter in Asien, der ebenfalls eine Form der intelligenten Kommunikation aufweist, hat sich auch im Bereich der humanoiden Roboter viel getan.

Das aktuellste Beispiel, was auch sehr deutlich zeigt, wie weit die aktuelle Entwicklung ist, zeigt eine kleine Reihe von YouTube Videos mit dem Titel „Sophia erwacht“. Die „Dame“ hat nicht nur erstaunlich viel an Mimik und Bewegungstiefe im Kopfbereich aufzuweisen, auch ihre Stimme klingt kaum noch roboterhaft und die Kommunikation ist erstaunlich und sogar ein wenig tiefsinnig.

Über die Entwicklung der lebensnahen Liebespuppe hin zu Liebespuppen mit Robottechnik ist die deutsche Community ein wenig gespalten, scheint es mir. Viele sehen die jetzige Form der Liebespuppe als Kunstwerk, eine Art Nische, in der viel Raum für Phantasie und Interpretation ist.

Die sprechende Liebespuppe (als Stimme im Kopf) wird von den Liebespuppenfreunden und Außenstehenden so unterschiedlich bewertet. Dieses und andere Phänomene sind ebenso wenig erforscht, wie die Tatsache, dass Menschen mit ihr so guten Sex wie mit einem Partner(Partnerin) haben können. Die aktuelle Liebespuppe scheint in ihrer Wirkung noch lange nicht genug erforscht, um den Weg für die Robotpuppe frei zu machen, scheint es mir oft.

Mehr Angst um die Menschheit als um die Robotliebespuppe

Doch es spielen auch viele Ängste mit vor der Robotpuppe. Angefangen von der „Terminator“ Puppe bis hin zu einer Art Verrohung der Liebespuppe als willfähige Alleskönnerin gehen die Bedenken der Liebespuppenfreunde. Diese Bedenken sind sicher berechtigt, aber ich finde, selbst bei Sophia habe ich weder das Gefühl gehabt, als würde hier nicht klar sein, wer am Ende den Knopf drückt noch das die humanoide Puppe zu einer Art „Stöhnmaschine“ verkommt. Sophia strahlt – meiner Ansicht nach – viel aus, sie fasziniert und bezaubert mich und ich habe keine Angst vor ihr, im Gegenteil.

Ich mache mir sowieso viel mehr Sorgen über die Menschheit, statt um Robotpuppen, ehrlich gesagt. Ich mache mir Sorgen, dass die Gesellschaft sich eher von Liebespuppen abwenden könnte, statt offen für sie zu sein. Die Verteilungskämpfe steigen, die Gewalt, die Barbarei und das elende Teile und Herrsche sind allgegenwärtig.

Die Liebe unter Menschen versinkt im Irrsinn der Reizüberflutung, des Elektrosmog und dem neoliberalen Multi- Kulti Wahn und wer weis, was nicht noch alles die Menschen krank macht, von dem wir gar nichts wissen. Im Grunde sind wir das Problem und ich denke, es gibt dringendere Sachen zu regeln, als Ängste vor einer Robotpuppe zu haben.

Ich werde persönlich auch 2017 beide Wege weiter verfolgen. Ich werde mit Interesse verfolgen, welche neuen Varianten der TPE Sexpuppen den Dollpark bereichern, welche Usergruppen sich bei uns melden werden und welche Liebespuppen beliebt sind und ich werde natürlich weiter meine Silikonpuppe und Jenny auf die Art lieben, wie wir es seit 6 Jahren tun. Aber ich werde auch den Weg der humanoiden Roboter und aller anderen Entwicklungen in dem Bereich verfolgen, denn alles macht auf seine Weise die Welt der Liebespuppen so spannend, schön und interessant.