Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (706) 9.1.2017

Freier Sex auf Krankenschein. Dieser alte Traum, der in den 80er Jahren bereits für Behinderte wahr war und der heute als „neu“ von den Grünen verkauft wird, ist nicht neu. Ich selbst hatte einen querschnittsgelähmten Freund in den 80ern, der eine „Zehnerkarte“ für freie Bordellbesuche hatte. Die Wirkung dieses Geschenkes des Staates war damals mehr als bescheiden bei ihm, denn er sehnte sich nicht nur nach Sex, sondern vor allem nach Liebe.

Die Bloggerin Sara hatte hier vor einigen Jahren berichtet, dass sie im Rahmen ihrer Arbeit als Domina bereits mit behinderten Menschen gearbeitet hatte und das nicht nur bei ihnen Gummipuppen als Hilfe für sexuelle Befriedigung zum Einsatz kamen. Ob es bei ihren Kunden am Ende wirklich Befriedigung brachte, erzählte sie nicht.

Das gerade die Partei den Einsatz von Sex auf Krankenschein für Pflegebedürftige und Behinderte fordert, welche die Liebe zwischen Mann und Frau in unablässiger Weise torpediert, ist eine Sache, dass diese Methode ohne adäquate Begleitung und Liebe ihre Wirkung verfehlt, ist die andere.

Natürlich hat jeder das Recht auf Sex, auch behinderte und pflegebedürftige Menschen. Doch nicht nur bei ihnen erschweren körperliche Behinderungen den freien Sex. Dass bei 35 Mio. Deutschen mit schweren Rückenproblemen auch der Sex mit Silikon- und TPE Puppen ebenfalls oft ein Problem ist, ist ebenso zu hinterfragen, wie die Frage, warum eigentlich so viele Menschen pflegebedürftig sind und warum sie keine Partnerin mehr haben, die Sex mit ihnen machen möchte.

Liebespuppen für Behinderte und Pflegebedürftige oft sinnvoller als Bordellbesuche

Der Einsatz von Liebespuppen aller Art ist vor allem bei denjenigen sinnvoll, die bisher keine sexuellen Erfahrungen hatten. Oft ist es dann auf diese Weise sinnvoller, als es mit einer Prostituierten zu versuchen. Ein Blick auf die Gummipuppen des Dollpark macht deutlich, welche Vorteile die Gummipuppe hat. Sie ist leicht, gut zu verstauen und man kann Dinge falsch machen und sie regt die Phantasie an und vor allem kann der behinderte Mensch und der pflegebedürftige Patient sie jederzeit einsetzen. Ein Callgirl im Pflegeheim ist da viel mehr ein Problem und auch ein Besuch eines behinderten Menschen im Bordell ist nicht ohne organisatorischen Aufwand zu leisten und oft schämen sich die Patienten dann auch noch.

Doch am Ende bleibt die Frage, ob wir nicht generell erst einmal die Behinderten und Pflegebedürftigen selbst fragen sollten, was sie eigentlich wollen (und nicht durch Einschätzungen sogenannter Experten). Nicht alle Menschen dieser Gruppe denken von morgens bis abends an Sex. Sie wollen vor allem umsorgt sein, dass man ihnen im Alltag hilft und das man ihnen zuhört und sich um ihre Sorgen bemüht. Das ist meist viel wichtiger und da hätten die Grünen einiges mehr zu fordern, denn ich kenne die Situation in Pflegeheimen und bei der Hauspflege und dort hapert es teils erheblich in einigen Bereichen.

Wie dem auch sei, ich denke, der Einsatz von Gummipuppen und anderen leichten Liebespuppen, wie zum Beispiel den Stoffpuppen, bringt oft mehr für diese Menschen. Die Stoffpuppe zum Beispiel ist eine schöne Kuschelpuppe, sie gibt Nähe, Begleitung und Lebenshilfe und sieht akzeptabel für Außenstehende aus und ich denke, das ist es, was diese Menschen oft mehr brauchen, als eine Prostituierte, die für eine Stunde ihre Vagina hin hält und dann sind sie wieder alleine und fühlen sich weiter ungeliebt und im Stich gelassen.