Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (1052) 5.4.2019

Ich liebe Chili con Carne. Das feurige Bohnengericht ist eindeutig nach meinem Geschmack und nachdem meine lebensechte Liebespuppe mir den Stress in der Liebe genommen hat, kam auch mein Magen und das Darmsystem wieder in die Reihe und ich kann solche scharfen Gerichte endlich wieder ungestört genießen. Oft mache ich mir noch eine Peperoni dazu oder ein paar mehr Bohnen, es ist einfach super.

Doch so ein Bohnengericht hat auch seine „Nebenwirkungen“ in Form eines starken Windes, der aus gewissen Regionen kommt und wenn dann auch noch ein kaltes alkoholfreies Bierchen dazu serviert wird, dann wird der unbewiesene menschengemachte Klimawandel von mir mit erhöhter Methanproduktion voran getrieben 😉

Anders ausgerückt: Die sogenannten schlechten Manieren wie Rülpsen oder Furzen („Warum rülpset und furzet ihr nicht, hat es euch nicht geschmecket! – Götz von Berlichingen) sind heute kein Thema mehr für mich. Ich muss das alles nicht mehr – wie in sonstigen Liebesbeziehungen üblich – unterdrücken und dazu zählen auch andere Dinge, die der Mensch nun einmal so an Dingen mit sich bringt, die nicht in den englischen Königshof passen.

Ich muss natürlich nicht – wie bei vielen Jugendlichen üblich – meine Männlichkeit durch besonders übertriebenes Rülpsen dokumentieren, aber es ist halt eine natürliche Sache und es ist nichts, wofür man sich schämen sollte oder es unterdrückt, nur weil es „unerotisch“ ist.

Mein Benehmen ist seit der Liebespuppe egal

Überhaupt muss ich mich als Mann nicht mehr benehmen, seit ich eine Liebespuppe liebe. Ich laufe den ganzen Tag im Schlafanzug herum, wenn mir danach ist und niemanden stört es außer die Nachbarin, wenn sie ein Paket abholt und mich dabei schief anschaut. Es ist mir egal, ich bin, wer ich bin, ich habe mich lange genug im Leben für Menschen und Beziehungen verkleidet, denen es dann am Ende auch egal war, ob ich ein Hemd und eine Designerjeans trug.

Meiner Liebespuppe ist das sowieso wurscht. Sie nimmt mich so, wie ich bin. Das Einzigste, was meine Jenny ab und an moniert, ist mein 3 – Tage Bart. Doch das hat auch einen triftigen Grund, denn der Bart ist wie eine Art Schleifpapier und er tut beim Kuscheln ihrer weichen Silikonmischung nicht gut. Also rasiere ich mich regelmäßig und dann erfreut sie sich an dem „glatten Baby – Popo“, den ich nach der Rasur habe, wenn sie mich danach küsst.

Doch ansonsten wird hier nach Herzenslust die schlechten Manieren gelebt. Wenn ich mal „katsche“, dann setzt es keine genervten Blicke und wenn ich wegen einer Grippe rumhuste, dann wird mir kein „geh mal zum Arzt und tu was dagegen“ empfohlen. Heute ist das alles viel entspannter und es ist auch kein richtiges Thema mehr, wenn ich so drüber nachdenke.

Meine Liebespuppe hingegen hat keine „menschlichen Ausdünstungen“. Sie riecht nicht einmal mehr, es sei denn die Wäsche riecht nach Weichspüler oder ich mache ein paar Spritzer ihres Lieblingsparfüms (Gabriella Sabatini) auf ihre schönen Echthaare. Aber das ist es dann schon.

Wie dem auch sei, ich bin froh, dass auch dieses Thema mit meiner Doll nun wieder natürlich und ganz menschlich angegangen werden kann und auch das ist ein kleiner Vorteil im Leben mit Liebespuppen.