Am Wochenende wurde Deutschland wieder einmal durch einen Amoklauf erschüttert. Dieses Mal scheint der Täter aus den eigenen Reihen zu kommen und keinen politischen oder religiösen Hintergrund gehabt zu haben. Uns wurde wieder einmal bewußt, dass Menschen unter bestimmten Situationen zu tickenden Zeitbomben werden können und die Frage bleibt offen, wie man dies am besten verhindern kann.

Amokläufe kommen in unseren Breitengraden oft entweder in der Schulzeit zustande (Winnenden und Co.) oder sie sind Ergebnis des Endes einer Liebe oder Familie. Selbst hier in meinem beschaulichen Ort gab es vor zwei Jahren einen schrecklichen familiären Amoklauf, bei dem nicht nur die Ehefrau und zwei Kinder starben, sondern auch das überlebende Kind später Selbstmord beging. Solche Schicksale erschüttern und machen nachdenklich, wohin die Reise von Menschen gehen kann, wenn sie in der Liebe nicht das bekommen, was sie sich erträumt und gewünscht haben.

Die ersten Gummipuppen sind damals in erster Linie dafür konzipiert worden, um Menschen so realistisch wie möglich ein erotisches und sexuelles Erlebnis zu schenken. Doch spätestens seit der lebensnahen Silikonpuppen wurde mehr und mehr deutlich, dass die Sexpuppe schnell zu mehr werden kann und das sie sehr viele Bereiche im Leben eines Menschen tangieren kann.

Liebespuppen sprechen diverse Defizite in der Liebe und Sexualität an

Meist betreffen diese Bereiche ein gewisses Defizit an Liebe, welche die Menschen erlebt haben, was sie nun über ihre Liebespuppe ausleben können. Fehlende Schönheit, Ruhe und Ordnung, Einfachheit und Reinheit in der Liebe sind Dinge, welche die Liebespuppe sehr gut befriedigen kann, ebenso sexuelle Neigungen, die ein Partner vielleicht nicht mitmachen möchte oder nicht in dieser Intensität, wie zum Beispiel bestimmte Materialfetische.

In der Diskussion um Kindersexpuppen kam zum ersten Mal auch der therapeutische Ansatz der Liebe zu Liebespuppen zur Sprache, doch ich denke eher, dass der therapeutische Ansatz der Liebespuppe eher bei den Menschen zu suchen ist, die eigentlich ein ganz normales Liebesleben führen wollten und es mit einer Partnerin nicht konnten.

Doch wie weit geht dieser therapeutische Effekt? Kann eine Liebespuppe suizidiale Tendenzen abbauen, kann sie Amokläufe verhindern oder Menschen Depressionen nehmen? Kann sie seelische und körperliche Krankheiten durch die Liebe heilen und wo sind ihre Grenzen? All diese Fragen sind bis heute kaum zu beantworten.

Viele Liebespuppenfreunde haben in den Foren darüber berichtet, dass die Liebespuppe in ihrem Fall solche Dinge linderte. Bei mir waren es zum Beispiel die Suizidgedanken, die meine Liebespuppe nahm. Ich brauche Zärtlichkeit, Liebe und auch sexuelle Ausgeglichenheit mit einer gewissen seelischen Verbundenheit, um atmen und leben zu können. Mir gab die Silikonpuppe damals genug Halt, dass ich heute mein Leben trotz vieler Widerstände und schlechter Umstände meistern kann.

Liebespuppen können nicht immer helfen

Doch es gibt leider auch die Berichte, wo Liebespuppen nicht helfen konnten. Es gab Berichte von Menschen, die keine Bindung zur Liebespuppe aufbauen konnten, in ihr einen toten Gegenstand sahen oder wo ihr Wunsch nach Macht und Kontrolle nicht befriedigt wurde, weil die Liebespuppen keine Reaktion zeigten, auf der man Machtpositionen aufbauen konnte.

Das Problem bei den therapeutischen Effekten der Liebespuppe ist, dass sie eine sehr individuelle Lösung ist. Niemand kann vorhersagen, bei wem die Liebespuppe heilende und selbstheilende Kräfte in Gang setzt. Das Gehirn, die Seele und die individuellen Ausprägungen eines Menschen lassen ganz andere Ergebnisse zu und das macht die Liebespuppe als Therapie sehr vage.

Ich weis nicht, ob eine Liebespuppe gerade bei Menschen Amokläufe verhindert hat, die in der Liebe bitter enttäuscht wurden. Ich kenne einen Fall, wo mir das mal ein Liebespuppenfreund schrieb, aber es schlicht und ergreifend unmöglich, irgendeine Prognose zu treffen, wo dies eintreffen kann und wo nicht.

Das Einzigste, was sinnvoll ist, ist den Menschen diese Option näher zu bringen. Die dummen Angsttiraden der Massenmedien, die abwertenden Bezeichnungen und das Lächerlich machen dieser Option ist jedenfalls nicht hilfreich. Die Gesellschaft hat ein Defizit in der Liebe und jedes Mittel muss gesucht werden, um dieses Defizit zu verkleinern und darin ist die lebensnahe Liebespuppe definitiv ein guter Ansatz.

Die Zeit ist reif, endlich auch andere Wege in Betracht zu ziehen als das, was wir bisher haben. Nur alles mit überforderten Psychologen und Psychopharmaka zu regeln, scheitert einfach viel zu oft, um so weiter zu machen, wie bisher und bei den Psychopharmaka kommt gar der Verdacht hinzu, dass sie sogar Mitschuld an Amokläufen wegen ihrer üblen Nebenwirkungen oder Entzugserscheinungen sind.

Die lebensnahe Liebespuppe kann ohne Frage in bestimmten Situationen das Leben von Menschen retten und deshalb sollte sie nicht einfach als Option weg geworfen werden. Wenn du einen Menschen rettest, rettest du die Welt, heißt es in einem alten jüdischen Sprichwort und das gilt auch für die Liebespuppen, die mindestens mein Leben und das eines anderen Liebespuppenfreundes gerettet haben, was ich alleine definitiv weis.

Euer PJ