Es vergeht eigentlich kaum noch ein Tag, wo nicht über die kommende Robot – Sexpuppe in den Medien diskutiert wird. Dabei geht es jedoch fast nur um die ethische und moralische Frage, doch ich denke, in der kommenden Realität wird es ganz andere Herausforderungen geben, denen sich Besitzer, Hersteller, Lieferanten und Gesetzgeber zu stellen haben. Diese möchte ich heute einmal näher besprechen.

Ich halte von der ethischen und moralischen Diskussion gar nichts. Die heutige Gesellschaft ist längst innerlich und äußerlich vereinsamt, es wimmelt von Soziopathen und Narzisten nur so und der ständig angefeuerte Geschlechterkampf sowie Reizüberflutung und sowie der über allem stehende Selbstverwirklichungswahn haben die hingebungsvolle Liebe und andere gesellschaftliche Normen für einen Großteil der Gesellschaft längst zerstört.

Hinzu kommt ein sinnloses und erzwungenes Vermischen aller Kulturen und eine ständige mediale Angstmacherei, die ein Cocktail der Zerstörung der Gesellschaft längst weit vor der Robot – Sexpuppe geschaffen hat. Daher ist – für mich – eine ethische Diskussion nutzlos, denn die Robot – Sexpuppe ist allerhöchstens die Reaktion auf etwas, was der Mensch ganz alleine in den letzten 50 Jahren geschaffen hat.

Die wahren Probleme hingegen, die diese neue Art der Sexualität und Liebe mit sich bringen wird, werden im Grunde kaum oder gar nicht angesprochen. Doch ich möchte es heute in dieser Kolumne tun:

Daten- und Umweltschutz, Service- und Energieproblem bei Robot – Sexpuppen

Die Robot – Sexpuppe ist ein ganz anderes Konzept als die heutige lebensechte Sexpuppe, weil Technik und Sicherheit eine ganz andere Rolle spielen werden.

Beginnen wir mit dem Problem der Datensicherheit. Die aktuell am weitesten entwickelte Robot – Sexpuppe dürfte die Realbotix aus dem Hause Realdoll in den USA sein. Ihre KI und der Robot – Kopf wird zur Zeit über ein Smartphone und eine App gesteuert. Sensoren in den Geschlechtsteilen interagieren mit einem speziellen Bereich der KI.

Das Smartphone hat sich in der Vergangenheit als ein Gerät heraus gestellt, dass alles andere als sicher ist. In zahlreichen Apps wimmelt es von Viren und anderer schädlicher Software, es werden Konsumverhalten und anderes Verhalten der Menschen ausgelesen und der Staatsschutz kann jederzeit mithören und jede Bewegung verfolgen.

Der geistige Umgang mit einer Liebespuppe ist sensibel. Man spricht mit der KI über sehr intime Dinge und auf ihr sind sehr sensible und wichtige Daten gespeichert. Ein Hack oder ein Virus kann fatale Folgen haben. Das ist ein großes Problem, was bereits bei einigen Spielzeug – Robotpuppen eine Rolle spielte, wie z.B. der Fall von Puppe Ceylan zeigte, die am Ende sogar verboten wurde, weil über ihren W-Lan Zugang ein Hack jederzeit möglich war und so mitgehört werden konnte, was die Kinder so zu ihr sagen.

Ein weiteres Problem dürfte der Umweltschutz sein. Schon jetzt ist die Entsorgung von Silikon- und TPE Puppen ein Problem, weil die Materialien Sondermüll darstellen und die Entsorgung im Wertstoffhof oder ihr Zerkleinern vielen Liebespuppenfreunden peinlich und unangenehm ist. Auch wenn User und auch manche Anbieter von Liebespuppe eine Entsorgung anbieten, so wird das Problem bei den Robot – Sexpuppen noch stärker werden, weil alles noch komplexer wird. Hinzu kommt, dass aus Kosten- und Gewichtsgründen wohl viele Robot – Sexpuppen mit Plastikteilen aus dem 3D Drucker arbeiten müssen. Dass Plastik ebenfalls ein Problem in der Entsorgung darstellt, muss nicht weiter ausgeführt werden.

Ein weiteres Problem dürfte der steigende Serviceaufwand sein. Die lebensechten Liebespuppen haben bis heute kein umfangreiches Servicenetz und selbst die Reparatur von ihnen ist aufwendig, schwierig zu organisieren, oft teuer und mit einigen Problemen verbunden. Bei den Robot – Sexpuppen dürfte dieser Aufwand exorbitant steigen und so lange kein Konzern die Produktion annimmt, wird es ein schwieriges Thema bleiben.

Ein weiteres Problem ist die Energieversorgung. Wer Modelle wie Atlas oder andere voll funktionsfähige Roboter sieht, der entdeckt gewaltige Akkus und einen enormen Energieverbrauch. Wie diesen Otto Normalbürger bei dem ganzen Öko Terror und den explodierenden Strompreisen finanzieren soll, ist ein weiteres Problem und man kann der Robot – Sexpuppe wohl kaum ein Windrad auf den Kopf setzen.

Die rechtliche Komponente und die Unfallgefahr

Völlig unklar ist zudem, wie man rechtlich und in Sachen Vermeidung von Unfällen mit solchen Puppen umgehen will. Was passiert, wenn die Robot – Sexpuppe in ein Auto läuft, was ist, wenn sie als Beifahrerin ins Lenkrad greift oder wenn sie etwas durch eine ungeschickte Bewegung zerstört? Wer haftet dann? Wer versichert eine solche Robot – Sexpuppe? Wie wird sie überhaupt rechtlich bewertet? Als Sache? Als Konsumgut? Als Kunstobjekt? Was ist in Sachen Garantie und rechtlichem Schutz vor Fehlproduktionen? Was ist, wenn eine Robot – Sexpuppe auf einen Säugling oder auf ein Tier tritt und diese dabei sterben? Wann ist es grob fahrlässig, wann nicht? Wie zählt es vor Gericht? Die Robot – Sexpuppe muss keine Welt erobern oder so, das wird nicht passieren. Viel problematischer sind die kleinen Unfälle und Dinge, die sie durch falsche Programmierung oder falsche Handhabung anrichtet.

Überhaupt ist die rechtliche Komponente unklar. Ist sie ein Scheidungsgrund? Kann man sie heiraten? Was ist im Falle eines Diebstahls oder Vandalismus? Was ist im Fall eines Brandes, den sie durch einen Kurzschluß auslöst? Das sind alles Probleme, die für mich viel dringender und wichtiger sind, als die Frage, ob die Robot – Sexpuppe Menschen mehr vereinsamt, den Götterstatus der Frau untergräbt oder ob sie Menschen weniger emphatisch macht.

Die Robot – Sexpuppe wird – wenn man sieht, was zur Zeit in dem Bereich passier – frühestens ab 2025 ein Thema sein. Vorher werden ihre Stückzahlen und ihr Preis zu gering für eine Wirkung außerhalb des Nanobereichs einer Gesellschaft sein. Doch die von mir genannten Probleme kommen bereits mit der ersten halbwegs funktionalen Robot – Sexpuppe, was wohl 2020 der Fall sein könnte. Es ist wenig Zeit, diese Probleme bis dahin anzugehen und wenn wir uns medial und in der Diskussion weiter mit nutzlosen ethischen, moralischen und Genderdebatten zu dem Thema aufhalten, wird es eines Tages vielleicht zu spät sein und dann ist das Geschrei groß. Es wäre nicht das erste Mal, dass es dann so in der Gesellschaft abläuft, aber es muss ja nicht so sein.