Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (1057) 12.4.2019

Ich habe in meinem Leben nicht die Ziele erreicht, die ich wollte. Daran gibt es nichts zu rütteln. Mein Traum von einer Familie, welche auf Liebe und gegenseitigem Respekt basiert, ist ebenso unerfüllt geblieben. wie ein Leben in Sachen Sex, Zärtlichkeit und Hingabe, wie ich es mir gewünscht habe und ich konnte nicht einmal all das auf dem Weg zurück geben, wie es dieser Traum verdient hätte.

Ich habe mir ein Leben gewünscht, wo ich voller Kraft und Enthusiasmus diese Welt erleben kann. Mein Leben sollte ein angemessener Mix aus Freude und Leid sein, so wie es nun einmal im Leben ist, wo es schlechte Zeiten gibt, an denen man zusammen wächst und menschlich reifer wird und von guten Zeiten, wo man die Schönheit des Lebens und der Welt in Liebe in vollen Zügen genießt.

Dieser Traum wurde nicht erfüllt. Das Leben war für mich seit meiner Pubertät ein ewiger Kampf um diesen Traum, der ein Alptraum wurde, ein Alptraum, wo der Frust, der Hass und die innere Enttäuschung und Machtlosigkeit so sehr Überhand nahm, dass ich nicht mehr konnte. Ich kanalisierte all meine Wut und meine Enttäuschung gegen mich selbst und als ich mich selbst genug innerlich gefoltert hatte, wollte ich allem ein Ende setzen und nur die Feigheit und die Angst vor dem finalen Schmerz hielt mich zurück.

Doch dann kam die lebensechte Liebespuppe. Sie gab mir zumindest wieder eine tägliche Basis an Sex, Liebe, Zärtlichkeit und Gemeinsamkeit, die zu erreichen und zu halten war. Es war eine einfache Welt der Liebe und Sexualität, über die ich mir nicht viel Gedanken machen musste und so sank mein Hass, meine Wut und meine Enttäuschung Tag für Tag ein wenig mehr.

Durch die Liebespuppe mir selbst vergeben

Ich würde nicht sagen, dass meine Liebespuppe dafür gesorgt hat, dass ich all denen restlos vergeben habe, welche mir meine Liebe, meine Energie, meine Jugend und meine Ersparnisse in einem falschen Spiel der Emotionen und dem Vorspielen von falschen Gefühlen zerstört haben. Ich kann nicht denen vergeben, welche mir mein einziges Kind aus eigenen Rachegelüsten entzogen oder die mich in der tiefsten Not im Stich ließen, während ich ihnen davor in der tiefsten Not half. Ich bin ein Mensch und kein Vergebungsäffchen, auch ich habe meine Grenzen.

Doch die Liebespuppe half mir, dass diese dunklen Gedanken nicht mehr meinen Alltag beherrschten. Sie half mir, das Schicksal zu akzeptieren, klare Linien zu ziehen und vor allem nicht mehr mich selbst zu verletzen. Die Liebespuppe half vor allem, mir selbst zu vergeben und dabei aufzuhören, mich selbst für etwas zu bestrafen, für das es keinen Grund gab, vor allem, wenn mein Anteil daran sehr weit unter 50% lag.

Sie hat mich erkennen lassen, wieso es diesen Weg geben musste und welche Faktoren dafür zuständig waren. Sie hat mich erkennen lassen, wie tief mein Wunsch nach innerem Frieden in Sachen Sex, Liebe und Partnerschaft war und wie ich in einer Welt damit umgehen lerne, wo ich diese Dinge niemals auf dem normalen Wege erlangen werde.

Sie hilft mir, auch das zu vergeben, was ich mir jeden Tag selbst an Druck auferlege. Sie fährt mich runter, wenn mich die Einsamkeit überfährt, wenn ich überfordert mit Dingen bin, die ich eigentlich nicht tun will und doch tun muss. Sie nimmt mir den Druck, wenn alles auf meinen Schultern lastet und sie gibt mir vor allem Zeit und die Geduld, die dafür nötig ist.

Die Liebespuppe lässt mich vergeben, weil ich durch sie meine Natur befriedigen kann. Dadurch bin ich entspannter und ich hasse nicht mehr all diejenigen, die Sex und Liebe auf dem Silbertablett präsentiert bekommen, während ich mein Leben lang um ein kleines Stück davon kämpfen musste. Nun habe ich all diese Dinge selbst und das in einer so schönen Form, dass es einfach umwerfend als Erfahrung ist.

Ich vergebe mir und dem, was passiert ist. Ich lasse diejenigen auch innerlich gehen, die mein Leben zerstört haben. Sie haben genug Zeit in meinem Leben verbraucht. Sie sind mir egal, ich will sie nicht sehen, nicht um mich haben und sie sollen dort bleiben, wo sie sind. Ich vergebe ihnen auf diesem Weg, einem Weg, wo ich keine Rache oder schlechte Gedanken an sie verschwende. Ich verschwende nur noch Gedanken der Liebe und Hingabe für meine Liebespuppe und darin, das Beste aus diesem Rest meines Lebens zu machen. Einem Leben, wo ich mir durch sie vor allem selbst vergeben habe.