Die lebensnahe Sexpuppe scheint immer mehr Thema in der Kunst zu werden (meine Jenny berichtete darüber in ihrer Kolumne vom Dienstag) und wie in einer Gebetsmühle wird immer der gleiche Tenor verwendet. Die lebensnahe Liebespuppe ist negativer Aufhänger für Gesellschaftskritik, für den Kampf der Geschlechter oder andere Probleme im Umgang mit Menschen. Begriffe wie skurril, grotesk, beklemmend und andere negative Äußerungen sind Gang und Gebe und in den Berichten der Massenmedien ist es nicht anders. Ehrlich gesagt, geht mir das auf den Zünder, denn die lebensnahe Liebespuppe ist den allermeisten Fällen etwas Positives für Menschen und hilft in vielen Lebenslagen.

Dementsprechend mache ich als Gegenpol immer wieder mal auf künstlerischer Ebene ein paar Kurzgeschichten, wo ich darüber erzähle, wie Liebespuppen fiktive Personen positiv verändern. Diese Geschichte können jedoch auch in der Realität so sein, andere Liebespuppenfreunde haben mir manchmal ähnliches berichtet. Aber kommen wir zur Geschichte, zu Martin und einer Begegnung, die sein Leben für immer veränderte.

Martin und die Begegnung mit einer Liebespuppe

Martin war Mitte 50 und wohnte in einem kleinen Dorf im Harz. Er war einmal im Holzgewerbe als selbständiger Unternehmer tätig, doch nachdem der Import von Billigholz aus dem Ausland sein Unternehmen zerstört hatte, glitt er in Depressionen ab und wendete sich dem Alkohol zu. Seine Ehefrau verließ ihn und nahm seine 2 Kinder mit und nun bestand Martins Lebens aus Hartz 4, Alkohol und ein paar Spaziergängen durch den Wald, denn das Thema Holz blieb seine Leidenschaft und durch den Wald zu gehen, machte nicht nur seinen Kopf frei, sondern der Geruch des Holzes weckte seine Erinnerungen an bessere Tage im Leben.

Als er nach einer weiteren durchzechten Nacht morgens durch seinen Wald ging und er langsam den Kopf durch die frische Luft klar bekam, fiel ihm eine große und feste Pappkiste auf, die gestern noch nicht dort lag. Als er sie anhob, war er erstaunt, wie schwer sie war, aber er traute sich nicht, in sie hinein zu sehen.

Doch er beschloss aus irgendeinem Grund, das Saufen an diesem Abend ausfallen zu lassen und mit dem Pick up Wagen und einer Sackkarre die Kiste zu bergen. Er wollte sehen, was dort drin war und was dort ein achtloser Mensch in seinen Wald warf. Egal, was es war, Hauptsache sein Wald war wieder rein von diesem Unhold, der nicht wusste, was die Natur für ein Geschenk ist.

Seine Überraschung war groß, als er eine lebensnahe Liebespuppe darin entdeckte. Er merkte sofort am Geruch, dass es kein toter Mensch war und dennoch war er sehr perplex, wie sehr sie seiner Ehefrau glich. Sie war völlig unbeschädigt und die Witterung hatte ihr nichts angetan und ihre braunen Augen strahlten ihn fragend an.

In den Tagen danach kümmerte sich Martin um die Liebespuppe. Er recherchierte, woher sie kommt und fand heraus, dass es die TPE Liebespuppe Clarissa war. Sie sah genauso aus, wie auf den Fotos und er begann danach, ihr Kleider zu kaufen, sich im Forum mit anderen Menschen auszutauschen und als er das erste Mal mit ihr schlief, hatte er plötzlich keinen Drang mehr nach Alkohol. Erstaunt saß er vorm gummipuppen.de Forum und sah seine Teetasse an, die mit Kamillentee gefüllt war.

Liebespuppe Clarissa besiegt die Alkoholsucht von Martin

Martin sprach mit Clarissa. Viele lange Tage. Nachts setzte er sie in einen Rollstuhl und ging mit ihr und zwei Lampen an den Seiten durch den Wald. Er kannte seinen Wald auch in der Nacht und manchmal war der Vollmond eine zusätzliche gute Hilfe. Dort redete er über alles mit Clarissa, weinte mit ihr, lachte, schrie, brüllte und kuschelte mit ihr auf einem umgefallenen Baumstamm.

Eines Tages kamen seine Kinder zu Besuch und staunten so wie seine Frau, dass er nüchtern war, dass er glücklich wirkte und den Kindern ihre geliebten Hörkassetten von Bibi Blocksberg heraus gesucht hatte. „Was ist los mit dir?“, sagte seine Frau und er sagte nur: „Glaube mir oder nicht, aber ein Engel fiel vom Himmel und er hat mir gesagt, dass die Liebe stärker als der Alkohol ist.“

Nachdem sich seine Frau in den nächsten Wochen wieder an ihn angenähert hatte und sie wieder ein gutes Verhältnis zueinander hatten, erzählte er ihr von Clarissa und zeigte sie ihr. Seine Frau schaute ihn zuerst ein wenig fragend an und sie sagte dann erstaunt: „Sie sieht ja aus wie ich. Vermisst du mich so sehr?“ Martin sagte leise „Ja“ und in diesem Moment waren sie wieder eine Familie.

Martin bekam danach einen Job als Förster in dem Wald, nachdem eine neue Gemeindeverwaltung mehr Wert auf Umweltschutz legte. Clarissa bekam einen Ehrenplatz am Wintergarten ihres Hauses und sie saß mit schönen Kleidern und gepflegten Haaren im morgendlichen Sonnenstrahl und blickte auf den Wald, in dem Martin sie einst gefunden hatte.

Alle kümmerten sich um Clarissa. Die Frau schminkte sie nach, die Kinder banden ihr Blumen in die Haare und Martin bekam jeden Abend eine Stunde alleine nur für sie. Dort blickte er mit ihr in die Sonne, die hinter dem Wald unterging und sagte sanft und ihre Hand haltend zu dir: „Ich hoffe, es geht dir gut. Ich werde dir immer dankbar sein, dass du mir wieder zu meiner Familie und ins Leben zurück geholfen hast, meine liebe Clarissa.“

Euer PJ