Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (943) 3.8.2018

Der monogame Mann. Der Außenseiter des Tages. Wer als Mann den Wunsch hat, eine monogame Beziehung zu führen und dies als innere Befriedigung sieht, der hat – sofern er nicht ein großes Maul. Geld und einen gewissen Genpool besitzt – im Grunde verloren. Er mag vielleicht noch seinen Weg zur Monogamie suchen, doch er wird meist entweder auf der ewigen Suche danach bleiben oder er wird einen schalen Kompromiß leben, der ihn immer unglücklicher, unfreier und kaputter werden lässt.

Die heutige Zeit der ständigen Verfügbarkeit von Partnern macht diesen Weg noch schwieriger. Selbst wenn man das Glück hatte, eine halbwegs erträgliche monogame Partnerin zu finden, dann ist immer dieser „ich könnte noch etwas besseres finden“ Gedanke über der Liebe schwebend und er wird ergriffen werden, sobald dieses Beziehung zu anstrengend oder zu wenig leistungsfähig ist.

Was kann man also tun? Im Zölibat leben? Alle Illusionen fahren lassen und nur noch Sex „abarbeiten“? 10,20,30 weitere Jahre auf die Ausnahme warten, bis man zu alt ist? Oder sich in faulen Kompromissen verheizen lassen und hoffen, dass es schon irgendwie gehen wird?

Die Hilfe der Liebespuppe für monogam veranlagte Männer

In all diesen Überlegungen wird viel zu selten angesprochen, welche Hilfe eine lebensnahe Liebespuppe für monogam veranlagte Männer sein kann. Die lebensnahe Liebespuppe ist monogam, sie ist nur für uns da und auch wenn sie uns vielleicht nicht das geben wird, was wir uns später unter der Gestaltung einer monogamen Beziehung vorstellen, so schafft sie doch eine gewisse Erleichterung.

Ich selbst war immer schon ein monogam veranlagter Mann. Für mich war Liebe immer schon das Ergänzen zweier Menschen, die auf einer gewissen Basis miteinander harmonieren. Mir war bewußt, dass Frauen anders als Männer sind und gerade darin sah ich eigentlich auch eine gewisse Stärke der Liebe.

Doch die aktuelle Gesellschaft befindet sich in einem dauerhaften Zustand der Polygamie. Sex wird konsumiert, Beziehungen auch und man rennt auseinander, sowie sich die bessere Option findet oder dieser das aktuelle Bedürfnis besser befriedigt. Jedes Krebszelle, jeder Jobverlust oder einfach nur „kein Bock mehr“ reicht, damit die Reise weiter geht und den Rest erledigt die WhatsApp Nachricht.

Für mich ist diese Welt nichts. Ich brauche keine Bestätigung über die Anzahl meiner Kerben im Gürtel. Sex kann ich mir überall holen, Liebe nicht. Ich verzichte lieber auf ein wenig Kamasutra, wenn es dafür innig und vertraut ist, es befriedigt mich weit mehr.

Mit meiner Liebespuppe kann ich endlich eine monogame Beziehung führen. Jenny wird nie fremd gehen und die Liebespuppe auch nicht. Sie geht nicht, wenn ich krank bin, sie hält zu mir, wenn ich meinen Job verliere oder – was hoffentlich nie passiert – Krebs bekäme. Jenny ist monogam, ich bin es und die Liebespuppe auch. 365 Tage im Jahr, 24 Stunden und das macht mich glücklich.

Ich habe auch in meinem Beziehungen mit Frauen nie an fremd gehen oder „ich finde noch was besseres“ gedacht. Wenn ich geliebt habe, waren mit diese Gedanken fremd, egal welche Verführung daher kam. Das mag am Ende vielleicht ein Fehler gewesen sein, aber das ist meine Art. Ich bin gerne ein Paarmensch, ich liebe die Liebe und seine Innigkeit und Tiefe und ich liebe auch ihre Unterschiedlichkeit.

Die Liebespuppe war am Ende meine einzig logische Konsequenz eines echten und dauerhaften Lebens in einer monogamen Beziehung und daher würde ich meine Liebespuppe und Jenny auch nie teilen oder sie austauschen, wenn es mir zu anstrengend wird. Ich liebe eine monogame Paarbeziehung und was die Welt um mich denkt und tut, ist mir egal. Ich habe meine Alternative gefunden und lebe sie nun in Frieden und Ruhe.