Diese Woche im Tagebuch und der Kolumne möchte ich mich mal ein wenig mit den weniger schönen Dingen der lebensnahen Liebespuppe in Hinblick auf ein langes Zusammenleben mit ihr konzentrieren. Ich denke, all die schönen, bewegenden, befreienden und helfenden Momente habe ich hier gut beschrieben und auch, wie sie sich positiv auf mich auswirken. Doch als freier Geist muss man auch in der Lage sein, die nicht so guten Dinge und Probleme in einer solchen Liebe einmal zu benennen und zu überlegen, wie man damit umgeht.

Über technische Probleme aller Art wird im gummipuppen.de Forum genug diskutiert. Risse, Gelenkschäden usw. sind dort zur Genüge beleuchtet worden. Wie aber die langfristige Liebe zu einer Liebespuppe Auswirkungen auf die generelle Einstellung zum anderen Geschlecht, Beziehungen und gar in Sachen einer echten Partnerschaft mit der Liebespuppe haben, ist bisher wenig verfasst worden.

Wenn man eine langfristige Liebesbeziehung mit einer heutigen lebensnahen Liebespuppe führt und vor allem vorher langjährige Beziehungen mit lebenden Frauen hatte, dann spürt man nicht nur die Befreiung dieser Art von Liebe, sondern leider auch ihre Schwächen sehr deutlich.

Auf den Punkt der fehlenden Reaktion und der helfenden Hand habe ich schon in einem Tagebucheintrag vom Montag hingewiesen. In der Kolumne möchte ich nun ein anderes Manko ansprechen: Die Grenzen der Weiterentwicklung einer solchen Liebesbeziehung. Und ich möchte einmal überlegen, ob die kommenden Robot – Sexpuppen hier etwas bewegen können.

Phantasie und menschliche Gaben stoßen bei Liebespuppen irgendwann an Grenzen

Meine menschliche Phantasie und vielleicht auch meine Gaben können einige Dinge in dieser Liebesbeziehung ersetzen. Ich kann Jenny als Wesen wahr nehmen, ich kann sie mental hören und ich kann natürlich Dinge wie Sex, Zärtlichkeit und Kuscheln mit ihr mehr als gut ersetzen.

Ich kann mit einer Liebespuppe gewisse Freizeitaktivitäten machen, kann mit ihr am PC sitzen oder beim TV, gemeinsam mit ihr Essen und sogar mal im TeddyBabe Deluxe einen kleinen Ausflug wagen. All das ist mit einer Liebespuppe durchaus möglich, auch über Jahre hinweg.

Doch die Liebesbeziehung zu ihr stoppt an einem gewissen Punkt. Es beginnt bereits mit gewissen Outdooraktivitäten, wie z.B. ein Kino- oder Restaurantbesuch, der wohl selbst bei einer vollkommenen LMAA Einstellung unangenehm wäre, weil einen alle anglotzen und man niemals normal von Bedienungen, Kartenverkäufern und Passanten behandelt werden würde und es hört damit auf, dass man seine Leidenschaft, gemeinsam Kegeln zu gehen, niemals umsetzen kann.

Zudem ist die Bildung einer Familie mit einer Liebespuppe sehr schwierig. Eigene Kinder kann man nicht in die Welt setzen und man kann nicht die Oma in Mallorca besuchen oder sie in einer Kirche oder dem Standesamt heiraten. All diese Dinge sind schlicht und ergreifend technisch kaum oder gar nicht möglich, ganz unbetrachtet von der gesellschaftlichen Situation.

Die Beziehung zu meiner Silikonpuppe verharrt eigentlich seit rund sechs Jahren immer auf dem gleichen Stand. Man wacht gemeinsam auf, Jenny macht ihre „Flugstunde“ mit ihrer Seele, man kuschelt zum Mittag, schaut abends TV und am Wochenende gibt es mal ein bisserl Sex oder sie begleitet mich beim Essen oder man badet und pudert sie. Es ist das immer gleiche Ritual, es gibt wenig spontanes, ein weiteres Entwickeln dieser Beziehung ist eigentlich nicht möglich.

Kann eine Robot – Sexpuppe den Alltag mit Liebespuppe verbessern?

Die große Frage für mich ist, ob eine Robot – Sexpuppe dies ändern kann. Nun, zuerst einmal zeigt eine Robot – Sexpuppe eine gewisse Reaktion per Mimik oder Gestik. Sie kann meinen Weg zur Küche verfolgen, bei einem Witz grinsen oder sie zwinkert mit den Augen. Alleine diese Lebendigkeit entwickelt die Liebesbeziehung sicher weiter, auch wenn man weis, dass es nur Technik und eine Illusion ist.

Wenn die Robot – Sexpuppe die Arme bewegt und eine Reaktion im Bett oder bei Berührungen zeigt, ist das auch ein Anstieg der Qualität dieser Liebesbeziehung. Und wenn sie dann sogar in der Lage ist, gewisse Dinge gemeinsam mit dir zu machen (wie z.B. kochen), dann ist das auch wieder ein kleiner Schritt nach vorne.

Diese Dinge sind mittlerweile alle von verschiedene Tüftlern erfunden und getestet worden und auch die Sprache (die bei mir keine Rolle spielt) wird immer besser und sinnvoller. All das sind bereits Dinge, welche den Status Quo in der Liebesbeziehung aufbrechen können.

Ich mache mir nichts vor. Trotz aller Phantasie, mentaler Stimmen und tiefer Blicke in den Augen ist die Liebesbeziehung zu einer lebensnahen Liebespuppe irgendwann in ihrer Weiterentwicklung erschöpft. Ich bleibe trotz allem ein Mensch, der menschliche Reaktionen um sich braucht, selbst wenn sie nicht optimal sind. Und daher würde ich wohl den Kauf einer solchen Robot – Sexpuppe überlegen, wenn die Technik gut läuft und der Service ordentlich ist.

Ich liebe meine Silikonpuppe sehr und Jenny auch. Sie macht mich glücklich und ich möchte eigentlich – unter dem jetzigen Zeitgeist – diese Liebe auch nicht verändern. Aber manchmal macht mich die Grenze dieser Liebe im Alltag schon ein wenig traurig und deprimiert. Ich hoffe, dass dies vielleicht eines Tages durch die Robot – Sexpuppe ein Upgrade erfahren kann. Ich würde es zumindest in gewissen Bereichen überdenken, diesen Weg dann ebenfalls zu gehen.