Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (1042) 11.3.2019

Am Freitag war der sogenannte internationale Frauentag, der dieses Mal auch in Berlin als offizieller Feiertag begangen wurde, was ich persönlich für überzogen halte, aber das muss jeder selbst entscheiden.

Ich selbst arbeite – man mag es kaum glauben – persönlich mit daran, dass Frauen in einer gewissen Region nicht mehr unterdrückt werden. Doch ich kämpfe dort nicht nur für die Rechte der Frauen auf Gleichbehandlung, sondern vor allem erst einmal um die Rechte aller Menschen, denn es gibt dort auch genügend Männer, Mädchen und Jungs, die unterdrückt werden, z.B. wenn sie einer ethnischen Minderheit angehören oder als Kindersklaven in alle Welt verkauft werden.

Für mich stand immer schon das Menschenrecht an oberster Stelle. Es gibt keinen Bonus für irgendwen, für keine Frau, keinen Mann, keine Minderheit oder sonst wen. Jeder Mensch hat das Recht, die gleiche Fairness und Schutz vor dem Gesetz zu bekommen und niemand darf in irgendeiner Form diskriminiert werden.

Auch Freunde von Liebespuppen haben das gleiche Recht wie alle

Und daher muss für jeden Menschen stets das gleiche Recht eingefordert werden. Dieses Recht haben auch diejenigen, die nicht den Schutz von lautstarken und aggressiven Lobbygruppen in unserem Land haben. Dieses Recht hat der Obdachlose, der „Rechte“, der Arme und natürlich auch der Liebhaber von lebensechten und nicht lebensechten Liebespuppen. Jeder Mensch soll seine Neigung oder seinen Lebensstil gleich geschützt ausüben und ausleben dürfen, so lange er damit andere Menschen nicht belästigt, zwingt oder sonst wie unterdrückt.

Viele Männer hier, die Liebespuppen lieben, sind zum Beispiel Opfer eines ungerechten Unterhaltssystems in unserem Land geworden, welches eindeutig die Mütter bevorteilt, darüber muss niemand diskutieren. Das ist für mich mit der genau gleichen Härte zu verurteilen, wie eine Frau, die wegen ihres Geschlechtes nur die halbe Versicherungssumme bekommt, wie z.B. im Iran üblich. Für mich hat das Recht kein Geschlecht. Es hat überhaupt keinen Namen außer Menschenrecht.

Und deshalb fordere ich nicht nur als Liebespuppenfreund auch so vehement das gleiche Recht auf Schutz für Liebespuppenfreunde ein. Wenn in einer Gesellschaft niemand wegen seiner Neigung und seines Lebensstils diskriminiert werden soll, dann gilt das für alle und nicht nur für die, die am lautesten schreien! Die Demokratie sollte nicht als Marktplatz agieren, sondern als Ort, wo jeder respektiert wird, der sich an die Gesetze hält.

Ich brauche keinen internationalen Tag des Liebespuppenfreundes. Er ist genauso unnötig wie der internationale Frauentag, der Muttertag oder der Vatertag. Der Mensch ist in seiner Funktion und in seinem Lebensstil und seiner Einstellung 365 Tage zu respektieren, egal ob das nun in das Konzept der lautstärksten Lobbygruppen passt oder nicht. Ansonsten sind solche Tage völlig nutzlos, finde ich.