Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (880) 7.3.2018

Der Islam gehört nicht zu Deutschland, sagt eine neue Partei und sorgt damit in unserem Land für eine Menge Kontroversen. Ich will mich hier dazu nicht näher äußern, sondern eigentlich die Frage aufstellen: Gehört die lebensnahe Liebespuppe eigentlich zu Deutschland?

Die Frage einer bloßen Existenz einer bestimmten Sache, Gruppe oder einer gewissen Neigung ist hier nicht als Antwort ausreichend. Die Frage ist, ob die Liebespuppe in unsere gesellschaftlichen Normen, unser kulturelles und sexuelles Selbstverständnis und in seinen Umgang mit Liebe und Sexualität nach unserem Verständnis in Deutschland passt und ob dieses Verständnis auch tauglich für die Öffentlichkeit ist. Diese Frage im Fall der Liebespuppezu beantworten, halte ich sogar für schwieriger, als in dem oben genannten Beispiel.

Wenn man die Meinung der „Meinungsmacher“ – sprich Massenmedien – zu dem Thema so ansieht, dann sind sie der Meinung, dass die Liebespuppe nicht zu Deutschland gehört. Ihre Besitzer sind Versager, Machos, wollen die stets stumme Frau und haben eine Psychose, wenn sie die Liebespuppe lieben und viele von ihnen sind Außenseiter, verkappte Vergewaltiger und schlimmeres. Doch Gott sei Dank sind die Meinungsmacher nicht die öffentliche Meinung.

Meinungsmacher und öffentlicher Umgang mit Liebespuppen sind kein Kriterium

In der öffentlichen Meinung muss man unterschieden zwischen dem öffentlichen Umgang mit Liebespuppen und dem privaten Umfeld. Im privaten Umfeld bekommen Liebespuppen immer mehr Akzeptanz und Toleranz von Partnern, Verwandten und Freunden, doch in der Öffentlichkeit wird man mit ihnen oft begafft, mit Fragen gelöchert und hinterrücks wird getuschelt. All das erinnert ein wenig an die Diskussionen um das öffentliche Auftreten der oben genannten Gruppe.

Doch eines unterscheidet uns elementar. Die Liebespuppe ist ein Teil unseres Selbstverständnisses, vor allem von Sexualität, Freiheit und dem freien Willen eines jeden Menschen, seine sexuelle Freiheit auf dem Weg umzusetzen, den er möchte.

Die lebensnahe Liebespuppe ist nicht politisch, sie mordet nicht, indoktriniert nicht und sie zwingt Menschen nicht ihren Lebensweg auf. Sie kommt in ein Schaufenster im Dollpark oder ins Internet und sagt: Wenn du möchtest, kannst du mich kaufen. Wer es tut, tut es aus freiem Willen und wer nicht, der lässt es eben bleiben.

Die lebensnahe Liebespuppe hilft einigen Menschen, das zu finden, was unsere freiheitliche Gesellschaft ausmachen sollte. Das freie Streben nach Glück, innerem Frieden und einem entspannten Leben ist eines der Grundpfeiler der Demokratie und der Freiheit. Die Freiheit ist nicht, was uns Meinungsmacher sagen oder die Leute um uns, sondern Freiheit ist, das Leben zu können, was uns glücklich und zufrieden macht und da bei der Liebespuppe auch niemand zu Schaden kommt oder in ein Korsett des Denkens gepresst wird, ist die Liebespuppe eindeutig ein Teil Deutschlands, ein Teil der freiheitlichen Grundordnung.

Ich sage also: Die Liebespuppe gehört zu Deutschland.