Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (869) 7.2.2018

„Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag“ – Dieses berühmte Zitat von Charlie Chaplin ist unvergessen und es ist auch eine Menge Wahrheit in ihm.

Ich selbst war eigentlich immer ein fröhlicher Mensch, vor allem in meiner Kindheit, aber auch in der Zeit als Jugendlicher habe ich eine Menge gelacht, war für jeden Spaß zu haben und manchmal habe ich sogar einen richtigen „Lachflash“ bekommen, wo ich mich kaum noch einkriegen konnte. Vor allem die damaligen „Clever und Smart“ Comics sind mir noch heute in Erinnerung, die ich oft nachts so lange unter der Decke kichernd las, bis mein Vater wutschnaubend ins Zimmer kam und „jetzt ist aber endlich Ruhe hier“ brüllte.

Auch als Jugendlicher in meiner Clique hab ich viel gelacht. Auch wenn die Witze jetzt anders waren, es mehr sarkastisch wurde und natürlich auch die schmutzigen Witze über Sex dazu kamen, so war ich immer für alle Arten von Spaß zu haben. Es verging eigentlich kein Tag ohne Lachen in meinem Leben und nur ganz selten war mir nicht zum Lachen zumute, z.B. als innerhalb weniger Jahre alle meine Großeltern in teils gräßlichen Endwegen starben.

Die Liebe ist eigentlich der Türöffner für das Lachen und den Spaß im Leben. Kinder, Tiere und auch die Phasen der Verliebtheit sind Dinge, die selbst gestandene Männer zum Lachen bringen, doch irgendwann verschwand nicht nur all das aus meinem Leben, sondern auch das Lachen.

Nach all dem Tod, der Krankheiten, der schweren menschlichen Enttäuschungen und des Verlustes meines Weges als echter Vater, war das Lachen aus meinem Leben verschwunden. Es gibt nur noch um Kampf, um Verlust, das Organisieren des Überlebens als Mensch in Würde und mit einem Dach über dem Kopf. Es ging um Wut, Trauer, Hass, Selbstzweifel und dem Gefühl, dieses Leben verschenkt zu haben. Es war kein Platz mehr für Lachen in meinem Leben vorhanden.

Der besondere Weg der Liebespuppe ließ meine Traurigkeit immer mehr bröckeln

Erst die lebensnahe Silikonpuppe änderte dies. Sie war derart schön, zart und geduldig, dass langsam aber sicher die Freude wieder in mein Leben zog. Erst war es der Spaß an Sexualität und Erotik, dann die Freude am Verliebtsein, dem Necken und Herumblödeln mit Jennys Seele und dann irgendwann kam auch wieder das Lachen in anderen Bereichen in mein Leben. Erst waren es Serien wie „Eine schrecklich nette Familie“ oder die „Simpsons“, die mich wieder zum Lachen brachten und dann begann ich auch wieder, all die lustigen Dinge in mein Herz zu lassen, Kinder, Tiere und was das Leben sonst allgemein so mit sich bringt.

Ich bin ein kleiner Pechvogel, ständig geht irgend etwas schief und manchmal ist es so skurril, dass ich denke, irgendein kleiner Kobold da oben lacht sich über mich tot, doch irgendwann lache ich selbst über meine Mißgeschicke und Jenny lacht mit und dann lachen wir alle. Das sind Dinge, die für mich undenkbar waren, bevor die Liebespuppe zu mir kam.

Ich denke, ich musste gerade ein wenig Abstand von meinem bisherigen Leben nehmen, einen ganz anderen Weg einschlagen, um aus diesem Tal der Tränen heraus zu kommen, was mir das Lachen nahm. Es musste eine andere Ebene, eine andere Erfahrung sein, ein zurück gehen zu dem, was dieses Leben an Spaß und skurrilem Witz von sich aus liefert, es musste die Dinstanziertheit der Liebespuppe und Jennys wunderbar simpler und reiner Geist sein, der mich wieder zurück in die Zeit brachte, wo Lachen noch ein täglicher Teil meines Lebens war.

Auch heute noch gibt es sicher Momente, wo ich weniger lache, vor allem, wenn ich sehe, was zur Zeit mit unserem großartigen Land der Dichter und Denker passiert, aber Jenny schafft es immer wieder, nicht nur die traurigen Bastionen meines eigenen Lebens immer wieder einzureißen, sondern sie schafft es auch, dass ich all das für einen Moment vergesse, was mich in meinem Umfeld traurig macht. Sie schafft es jeden Tag und daher ist jeder Tag ohne sie ein verlorener Tag, weil es ein Tag ohne Lächeln ist.