Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (868) 5.2.2018

Die lebensnahe Sexpuppe wurde eigentlich dazu gebaut, um Menschen so realistisch wie möglich Sex und Erotik zu geben, doch im Laufe der vielen Jahre der lebensnahen Liebespuppen entwickelten sie sich bei einigen Liebespuppenfreunden zu mehr. Sie wurden Begleiterinnen, Partnerinnen oder auch ein schönes Kunstobjekt, was teilweise soweit geht, dass solche Menschen am Ende gar keinen Sex mehr mit ihnen haben.

Wenn es in der oberflächlichen und hohlen Betrachtung der Massenmedien zum Thema Liebespuppe geht, wird immer wieder mal diese Geschichte vom Bildhauer verbreitet, der sich in seine Kreation verliebte und dann Sex mit ihr hatte. Doch die heutige Realität sieht meist ganz anders aus. Die Menschen verlieben sich in von Fremden geschaffene Kreationen und die Kunstfreunde in dem Bereich haben keinen oder selten Sex mit den Liebespuppen.

Warum dies so ist und warum diese Fraktion der Liebespuppenfreunde immer größer wird, die keinen Sex mit ihren Liebespuppen haben, möchte ich eigentlich heute nicht näher analysieren, was auch schwer ist, weil viele individuelle Gründe und Lebenswege dahinter stehen. Ich möchte eigentlich eher einmal überlegen, warum die lebensnahe Liebespuppe von heute so oft zu einem Kunstobjekt wird.

Ich habe vor einigen Jahren mal mit einem professionellen Fotografen geschrieben, der lebende Modells fotografierte aber privat eine Silikonpuppe liebte. Er hat mir damals gesagt, dass seine Liebespuppe eigentlich kaum für Sex da ist, sondern dass er mit ihr endlich seine Fotoleidenschaft ohne herum zickende, selbstverliebte und überdrehte Modells und ohne Zeitstress und Vorgaben der Auftraggeber ausleben konnte.

Künstlerische Leidenschaften über Liebespuppen befriedigen

Er hatte eine Leidenschaft für Kleidung im Barock Zeitalter und es störte ihn überhaupt nicht, seine Silikonpuppe trotz ihres hohen Gewichts in die aufwendigen Kleider zu bringen und sie in bestimmte Posen zu setzen. Er lebte mit seiner Liebespuppe das aus, was er beruflich nicht tun konnte und er war so gut, dass seine Bilder später sogar im internationalen Forum für Dollliebhaber prämiert wurden.

Es ist die Breite des Erfüllens von Leidenschaften, unerfüllten Träumen und Ideen, welche die Liebespuppe so vielseitig einsetzbar machen. Entspannter Sex und Erotik mit einer optisch perfekten Frau mag eine dieser Leidenschaften sein, welche die Liebespuppe befriedigen kann, aber es gibt daneben noch sehr viele andere Leidenschaften, die sie erfüllen können und das kann auch die Leidenschaft sein, seine künstlerische Ader darüber zu befriedigen.

Und das können die privaten Liebespuppenfreunde ganz anders, als die Mainstreamkünstler. Diese haben die Liebespuppe bisher ignoriert oder sie lustlos als „Anfang vom Ende der Gesellschaft“ oder als „skurrile Provokation“ dargestellt. Die Liebespuppenfreunde hingegen zeigen in den Bildern mit ihren Liebespuppen Begeisterung, Freude und auch eine gewisse wundervolle Verspieltheit, in der sie mit dem Ausdruck der Liebespuppe arbeiten und sie zu allem möglichen machen, was die Phantasie so hergibt.

Dann wird die Liebespuppe zum Aquarell, zur Comicfigur, zum Mädchen mit 1000 verschiedenen Ausdrücken oder sie bekommt einen Charakter, der sich durch Bildstrecken und mehr zieht. Die Liebespuppe wird nicht zu einem Ausdruck einer Bedrohung oder eines Versagens der Gesellschaft, die bedrückend wirkt, sondern sie wird zu einem zauberhaften Modell, welches für alles zu haben ist, für jeden Spaß und jedes Outfit und jede Pose.

Diese Faszination der Liebespuppe ist toll und ich sehe heute noch sehr gerne immer wieder mal in die Beiträge im Forum, wo Liebespuppenfreunde ihre Püppis zu wundervollen Kunstobjekten machen, wo man in jedem Pixel des Fotos die Liebe, Freunde und Phantasie ihrer Liebhaber sieht. In manchen Bildern sieht man die Liebe der Menschen zu ihnen so stark, dass der Kontrast zu den seelenlosen Bildern der Mainstreamkünstler extrem ist.

Und dann sage ich mir am Ende immer: Soll die Liebespuppe als Kunstobjekt doch bitte bei denen bleiben, die ihren Wert zu schätzen wissen.