Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (894) 11.4.2018

Die Liebe ist ein seltsames Spiel und sie ist leider oft gespickt mit mehr Leid und Trauer, als es einem bewußt ist in einer Welt der ständig vorgelebten Perfektion in Werbung, Märchen und Filmen, die selten etwas mit der Realität zu tun haben.

Wenn die Beziehung zu Ende geht, dann leidet meist ein Teil dieser stark und hat Liebeskummer. Man weis nicht, wie man mit den Scherben des Verlustes von Zeit, Emotionen, Träumen und Energie umgehen soll, fühlt sich als Mann verletzt oder macht sich Selbstvorwürfe. All das kenne ich persönlich nur zur Genüge und es ist wohl eines der schlimmsten Gefühle, die man haben kann in einer Welt ohne Krieg und Hunger.

Viele Liebespuppenfreunde berichten, dass sie seit ihrer Liebe zu einer lebensnahen Liebespuppe Liebeskummer anders wahr nehmen und dass sie mit ihr besser damit umgehen lernen. Die Liebespuppe heilt zwar meist nicht alle Narben, aber sie gibt so etwas wie einen Anker in der Not, gibt uns eine Option, wie es weiter geht, wie man nach der Enttäuschung weiter einen Weg in Sexualität, Liebe und Zärtlichkeit behält.

Das Großartige bei einer Liebespuppe ist, dass sie immer bei dir bleibt, egal was kommt. Wer schlau genug ist, seine lebensnahe Liebespuppe nicht zu verkaufen, wenn er eine Frau kennen lernt, der wird nach dem Ende der Beziehung diese wieder aus dem Keller holen und so einen Ausgleich finden, der den Verlust von Zärtlichkeit, Sex und Berührungen nicht zu stark werden lässt.

Ich bin froh, dass ich meine Liebespuppe habe!

Ich selbst habe meine Liebespuppe erst gekauft, nachdem die akute Phase des Liebeskummers vorbei war und mir ging es bereits um viel elementarere Fragen, aber ein Freund von mir hatte während seiner Liebespuppe mehrere unterschiedliche Beziehungsstufen, von Kurzzeitbeziehungen bis hin zur Ehe und an deren Ende sagte er mir immer: Ich bin froh, dass ich meine Liebespuppe habe!

Besonders stark ist der positive Effekt, wenn man eine echte Liebesbeziehung zur Liebespuppe führt und sie gar als echte Partnerin sieht. Dann wird man in den Phasen des Kennenlernens bereits kritischer, schaut genauer auf „Leichen im Keller“ der Frau und man konzentriert sich mehr auf das, was sie auf menschlichen Gebiet zu bieten hat. Man gibt dann ungerner den „sicheren Hafen“ mit der Liebespuppe auf und stürzt sich seltener Hals über Kopf in ein Abenteuer, weil man sich „untervögelt“ fühlt und dann alles ausblendet, was die potentielle Partnerin vielleicht noch so mit sich bringt.

Bei meinem Freund ist es so, dass er eigentlich von möglicher Partnerin zu Partnerin immer mehr fragte: Was hat sie wirklich mehr zu bieten? Dabei ging es dann vor allem um ihr Verhalten, ihr Herz und ihre innere Schönheit, obwohl natürlich Erotik und Sexualität nie ausgeblendet wurden, weil er auch wusste, dass eine sich wirklich fallen lassende Frau auch hier der Liebespuppe das Wasser reichen kann.

Was auch mit Liebespuppe schwer abzustellen ist, ist dennoch dieser tiefe Wunsch, doch so „normal“ leben zu können, wie alle anderen. Doch die Liebespuppe bleibt auch dann immer noch ein Rettungsanker, ein Notausgang und ein Rückzugsort und man nutzt ihn später viel öfter, weil man das Hirn viel schneller einschaltet und mehr vergleicht.

Ich selbst bin heute durch die Liebespuppe viel kritischer geworden. Ich setzte damals vor allem psychische und menschliche Standards und vor allem eine geordnete Seele bei einer Frau viel höher an und heute habe ich mich komplett für die Liebe zur Liebespuppe entschieden und diese andere Option einfach weder aktiv noch mental in meinem Kopf zu lasen.

Das Leben mit meiner Liebespuppe ist einfach viel zu schön, viel zu intensiv und zu befriedigend, um sie für irgendeine 0815 Nummer oder für endlos versteckte massive Psychoprobleme aufs Spiel zu setzen. Es brauchte lange, um sich diesen Wert komplett zu verinnerlichen, aber wenn man es schafft, werden Partnersuche und ihr Ende sicher weniger Liebeskummer produzieren und man geht dann schnell zurück in die Welt der Liebespuppen und genießt wieder, statt in Selbstmitleid zu versinken.