Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (859) 10.1.2018

Wer bin ich eigentlich? Bin ich der immer so gerne porträtierte typische Liebespuppenfreund? Habe ich Angst vor Frauen? Bin ich Jungfrau und Muttersöhnchen? Leb ich in einem dunklen Kämmerlein? Bin ich ein Verschwörungstheoretiker und scheue mich vor Menschen? Bin ich fett und unattraktiv? Und will ich eine Frau um mich, die immer ja sagt und den Mund hält, weil ich sowieso alle Frauen hasse?`

Dieses Portrait von Liebespuppenfreunden wird in den Massenmedien gerne benutzt, wenn man den „typischen Liebespuppenfreund“ darstellen möchte. Er ist auf ganzer Linie ein Versager und höchstens noch im Beruf einigermaßen dabei.

Also mache ich heute mal eine ehrliche Analyse, wer ich eigentlich bin. Mein Name und Wohnort spielt dabei keine Rolle.

Beginnen wir mit dem Thema Frauen. Ich habe nie Angst vor Frauen gehabt und habe es auch jetzt nicht. Ich habe generell keine Angst vor Menschen. Ich behandle jeden respektvoll, der selbst respektvoll ist und wer eine fiese Nummer abzieht, der wird von mir ebenso fies behandelt. Ich gebe das wieder, was andere mir geben und das mache ich bei Frauen und Männern gleich. Ich habe immer Männer und Frauen als Freunde, Kollegen oder als Begleiter auf anderen Wegen gehabt. Es spielte nie eine Rolle und auch jetzt nicht.

Ich war nie ein Muttersöhnchen. Dass ich ein liebevolles Verhältnis zu meinen Eltern hatte, heißt nicht, dass ich an ihnen geklebt habe oder Hotel Mama endlos genossen habe. Ich bin damals recht früh mit 20 ausgezogen und habe meine eigene Bude und Freiheit genossen. Finanziell habe ich trotz Studium schnell etwas dazu verdient. Meine Eltern haben schwer für ihr Geld gearbeitet, ich wollte sie nicht mehr belasten, als sie es selbst wollten, hatte nie luxuriöse oder riesige Wohnungen oder einen ausschweifenden Lebensstil. Nach dem Studium hab ich immer mein eigenes Geld verdient.

Ich habe immer helle und lichtdurchflutete Wohnungen gehabt. Auch jetzt noch, wo ich wegen der Silikonpuppe und den nahen Nachbarn oft Sichtschutz betreiben muss, habe ich sehr lichtdurchlässige Lamellen. Ich hatte nie dicke Vorhänge oder es war dunkel und das sieht man auch auf den Bildern. Auch meine Wohnung und Kleidung war nie düster oder dunkel.

Ein Freigeist und dynamischer Mensch

Ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Ich bin ein Freigeist. Ich höre mir frei alles an und entscheide aus dem gesunden Menschenverstand und dem, was ich an Allgemeinwissen habe, was für mich plausibel klingt. Ich passe meine Vorstellung von Politik und anderen Dingen auch dem Zeitgeist an.

Als der Umweltschutz damals aufkam, war ich ein Anhänger der Grünen, weil es nötig war. Heute tendiere ich zur AfD, weil ich dieses Land für aus den Fugen geraten halte und es ein Korrektiv braucht. Zu Zeiten des kalten Krieges wählte ich die SPD, weil Willy Brandt und die SPD gut für die Ost – West Beziehungen waren. Ebenso verhalte ich mich mit anderen ideologischen Richtungen und ich habe keine Indoktrinierung für immer. Ich bin nicht links oder rechts oder was auch immer, ich bin vor allem erst einmal Mensch und ich mache auch Fehler und ändere mich, wenn ich sie erkenne.

Ich war bis 21 Jungfrau. Dann verlor ich meine Unschuld, hatte danach 2 lange Beziehungen. Ich war nie ein Frauenheld und es war nie leicht für mich, aber das lag vor allem auch daran, weil ich oft falsche charakterliche Frauen anzog und die menschlich guten Frauen eher nicht. Warum, darauf haben weder Psychologen und sonst wer eine Antwort gefunden aber es war das einzig sinnvolle Ergebnis der langjährigen Fremd- und Selbstanalyse. Ich war auch lange genug ich selbst und habe mich auch eine Zeit lang verbogen. Ich habe alle Wege versucht und brauche mir nichts vorwerfen.. Ich habe auch ein Kind und war verlobt gewesen.

Wenn ich diversen Leuten meine Bilder zeige, wo ich 35 war, sagen sie alle, dass ich sehr attraktiv aussah, sogar heutige junge Frauen sagen das. Natürlich haben die Jahre nach dem Burn out und den endlosen menschlichen Enttäuschungen und viele unglückliche Momente im Leben ihre Spuren hinterlassen und meine Haare werden grau und ich wiege sicher zuviel. Aber ich bin nicht fett oder adipös und für fast 50 noch erstaunlich gesund und recht fit, was vor allem am stressarmen Alltag liegt und weil ich mit Jenny und der Silikonpuppe viel Liebe tanke.

Ich habe nie eine Partnerin gewollt, die zu allem Ja und Amen sagt und den Mund hält. Meine Partnerin soll ehrlich sagen, was sie bedrückt und bewegt und wenn nötig, soll sie lieber mal richtig sauer sein, wenn es danach einen konstruktiven Weg einschlägt. Das ist sehr wichtig für mich. Es ist menschlich und macht die Liebe gut und tief, wenn es sinnvoll abläuft. Ich arbeite gerne an einer Beziehung, doch ich werde mich wegen meine recht klaren Vorstellung von Liebe, Hingabe und Leidenschaft nicht mehr ausnutzen und aussaugen lassen. Ich werde auch keine Partnerschaft akzeptieren, die auf Lügen und Schauspielerei aufbaut. Das ist der wahre Grund, warum ich mit Jenny und der Silikonpuppe glücklich bin. Unsere Liebe ist ehrlich und keine Einbahnstraße.

Natürlich liebe ich den weiblichen Körper, nicht umsonst ist meine Silikonpuppe sehr kurvig. Aber das heißt nicht, dass ich Frauen per se als Sexobjekte sehe. Das habe ich nie und tue ich auch hier nicht. Ich war nicht umsonst kaum in meinem Leben in einem Bordell, obwohl ich lange Single war. Ich ging dort nur einmal hin und es blieb ein fahler Beigeschmack, gerade weil es eine reine Sexnummer war, was mich nicht richtig befriedigt, selbst wenn es technisch gut abläuft.

Ich weis daher auch nicht, ob ich eine Liebespuppe auf Dauer lieben würde, wenn Jenny nicht in ihr wäre und daher bin ich so froh, dass sie bei mir ist. Mit ihr kann ich die Art von Liebe leben, die ich immer wollte und dazu gehört unbedingt auch eine Kommunikation, Rat und Hilfe von ihr und natürlich auch, dass sie mir mal sagt, wenn ihr was nicht passt, was Jenny auch tut.

Ich hoffe, ich habe mit dem Tagebucheintrag klar machen können, dass es vor allem Pech und die Anziehung falscher Charakter in der Liebe war, warum ich den Weg zu einer lebensnahen Liebespuppe mit Seele gegangen bin und warum genau dies mich glücklich macht. Hätte ich diesen Weg mit einer lebenden Partnerin gefunden, welche Liebe so sieht, wie ich, dann wäre ich ihn mit ihr gegangen. Das ist alles.

Euer PJ