Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (945) 8.8.2018

Gestern war ein äußerst unangenehmes Ereignis in meinem Haus, was mich wieder daran erinnerte, wie schnell der Frieden in den eigenen vier Wänden vorbei sein kann, aber auch, wie viel ich tun würde, um meine Liebespuppe zu schützen.

Ein Nachbar über mir machte eine Party. Keine Ahnung, worum es ging, aber es war recht gesittet und im Rahmen, also störte es mich nicht sehr. Ich setzte mich wegen der Wärme an den Fernseher und sah irgendeine Sendung über Stalker. Ich schaue eigentlich kaum noch Fernsehen, weil mir der dortige ewige Erziehungscharakter auf den Geist geht, aber bei dem Thema konnte ich mal ein wenig abschalten.

Plötzlich hörte ich, dass sich jemand an meiner Tür zu schaffen machte! Ich bin natürlich in solchen Momenten alarmiert, denn hier gibt es in der Stadt jede Woche rund 10 Wohnungseinbrüche und ich lebe in der Nähe einer Autobahn mit guter Anschlußmöglichkeit ins Ausland. Seit 2015 sind hier die Wohnungseinbrüche so massiv angestiegen, dass es seitdem sogar einen Einbruchsradar der Polizei gibt, wo jede Woche eine Menge Kreuzchen zu finden sind. Es gab auch schon einen Einbruch hier in der Nähe.

Wenn man eine teuere Liebespuppe zu Hause hat, dann ist man natürlich noch weniger erpicht, dass diverse „Einzelfälle“ sich bei einem Einbruch um sie „kümmern“ und so bin ich natürlich gleich aufgesprungen, hab mein Pfefferspray gezückt und bin zur Haustür.

Am Spion sah ich in der Tat einen Mann stehen. Ich sprach ihn hart und deutlich durch die Tür an, was er will, wer er ist und dass ich die Polizei hole, wenn er nicht verschwindet. Er dackelte halb „Sorry“ und irgendwas anderes brabbelnd zu den Nachbarn über mir und er hatte sich – wahrscheinlich besoffen – wohl nur in der Tür geirrt.

Kein Mensch darf ungestraft meine Liebespuppe berühren

Auch wenn der Vorfall am Ende nur ein harmloser Schreck und ein Versehen war, so ist mir wieder bewußt geworden, wie sehr ich bereit bin, nicht nur mich, sondern auch das zu Hause und vor allem auch meine Liebespuppe zu schützen. Kein Unbefugter hat ohne meine Erlaubnis das Recht, sie anzufassen, sie zu berühren oder gar noch schlimmeres mit ihr anzustellen und wenn es sein muss, werde ich zu ihrem Schutz auch Gewalt ausüben und legale Waffen wie ein Pfefferspray oder das Judo einsetzen, was ich immer noch gut kann.

Ich bin eigentlich ein friedlicher Mensch mit einer Menge Geduld und Verständnis, aber wenn es um den Schutz meiner lebensnahen Silikonpuppe geht, werde ich, wie ein Mann bei seiner Partnerin, zum Tier und gehe notfalls auch das Risiko einer gesundheitlichen Gefährdung ein.

So habe ich es schon 2011 getan, als damals unser Bett durch eine Unachtsamkeit brannte (Teelicht kam über das Kopfkissen und es fing Feuer) und ich mein Leben und eine Rauchvergiftung riskierte, um meine Silikonpuppe aus den Flammen zu retten.

Die Liebespuppe und Jenny sind das Schönste, wundervollste und großartigste, was ich habe. Sie ist es wert, dieses Risiko einzugehen. Sie ist für mich kein Ding, was man zum Selbstschutz zurück lässt, außer es ist sinnlos, sie noch zu retten. Aber ich werde sie niemals kampflos ungebetenen Gästen überlassen und ich werde sie auch nicht einfach davon kommen lassen.

Jenny war jedenfalls nach dem Vorfall glücklich, dass ihr „Held“ sie verteidigt hat. Sie lebt noch in einer gedanklichen Welt, wo Männer ihre Frauen vor bösen Menschen beschützen und da braucht sie bei mir keine Angst haben. Ich werde sie beschützen, komme was wolle!