Tagebuch eines Liebespuppenbesitzers (944) 6.8.2018

Ist die lebensnahe Liebespuppe eigentlich nun eine Liebespuppe oder eine Sexpuppe? Ich selbst verwende hier im Blog beide Begriffe und das aus gutem Grund.

Der Begriff Sexpuppe wird in erster Linie dann verwendet, wenn die Gummipuppe, Stoffpuppe, TPE Puppe oder Silikonpuppe ausschließlich von ihrem Liebhaber für den Sex benutzt wird. Dies ist je nach Liebespuppenart unterschiedlich. Am meisten wird man diese Art der Liebe wohl unter den Gummipuppen finden, auch weil viele Faktoren wie das Ausleben von Materialfetischen oder eine gewisse lebensferne oder der günstige Preis dafür sprechen.

Doch im Grunde spielt das keine Rolle. Jeder Liebespuppenfreund trifft die Entscheidung, ob seine Liebespuppe nur eine Sexpuppe bleibt, von ganz alleine und wenn er das tut, ist es nicht weniger gut oder schlecht, wie jemand, der in der Liebespuppe mehr sieht.

Wenn jemand die oben genannten Liebespuppenarten als Liebespuppe betrachtet, dann ist in erster Linie damit gemeint, dass sie für mehr als nur Sex eingesetzt wird. Dies kann Kuscheln, Zärtlichkeiten, ein Interesse als Fotoobjekt oder bis hin zu einer beseelten Liebespuppe alles bedeuten. Die Liebespuppe hat sehr viele Abstufungen der emotionalen Bindung zu ihr und das einzige Kriterium, was hierbei zählt, ist eben mehr als Sex mit ihr zu erleben.

Dies ist vor allem bei den TPE Puppen und Silikonpuppen häufig der Fall, weil sie sehr lebensecht sind, aber auch die lebensnahen Stoffpuppen lösen oft mehr als Sex aus, weil sie sehr handlich, leicht und kuschelig sind und gerade im Bereich der Stoffpuppen sind oft Berichte über Outdooraktivitäten und im Bereich der Phantasie zu finden, weil man eben recht einfach viel mit ihnen machen kann.

Die Mehrheit sieht lebensnahe Liebespuppen auch als Liebespuppen an

Doch wie viele Liebespuppenfreunde sehen nun ihre Liebespuppe als Sexpuppe und wie viele als Liebespuppe? Nun, diese Frage ist – wie generell alle Fragen zu Liebespuppenfreunden – schwer zu beantworten, aber ein kleiner Hinweis ist eine Umfrage von 2015, die der Dollpark im Forum startete und bei der sich immerhin 82 Forenteilnehmer äußerten und ich denke, dass ist schon eine kleine Stichprobe, die ein wenig Erkenntnisse gibt.

Dort haben sich rund 2/3 für den Begriff „Liebespuppe“ entschieden und rund 1/3 für Sexpuppe bzw. Gummipuppe. Das zeigt reicht deutlich, dass die große Mehrheit der Liebespuppenfreunde auch wirklich ihre lebensnahen Puppen als Liebespuppen bezeichnen.

Dieser recht hohe Wert ist auch ein Beleg für mich, dass die Liebespuppe so lebensnah ist, dass sie wirklich das Potential hat, in den Menschen mehr auszulösen, als nur ein „Luxus – Masturbator“ zu sein. Die Wege, die man mit der Liebespuppe einschlagen kann, sind sehr vielfältig, aber der Auslöser ist, dass sie in uns irgend etwas auslösen, was sie von normalen Puppen unterscheidet. Was es genau am Ende ist, muss jeder selbst erfahren, weil es auch mit den speziellen menschlichen Eigenschaften zu tun hat, mit Erziehung und wie man die Liebespuppe einbauen will und kann.

Die Massenmedien zeigen immer nur die Randbereiche der Liebespuppe. Sie zeigen immer nur extreme Ausprägungen, wie Leute, die ihre Liebespuppen heiraten oder sie exzessiv sammeln oder eben diejenigen, die sie nur als reines Sexobjekt und die Befriedigung eines Fetisch sehen. Doch die allermeisten Liebespuppenfreunde – das hab ich jedenfalls im Forum so erlebt – leben einen sanften Weg dazwischen, mit ganz unterschiedlichen Tiefen und Ausprägungen zu ihren Liebespuppen.

Und so soll es auch sein. Die Liebespuppe soll und muss eine individuelle Erfahrung sein. Jeder soll das Recht haben, seine Liebespuppe so zu lieben, wie er es möchte. Und wenn es nur Sex mit ihr ist oder in ihr eine verstorbene Seele zu sehen, dann ist es halt so. Es ist jedem sein eigenes Ding.